IN HALT SC H W E R P U N K T
Grüne Transition
Schwerpunkt Interview
Die Natur und ihr Recht
Grüne Transition als Weihnachtswunder ... Dorit Haubenhofer 28
Harald A. Friedl 3
Praxistipp
Zurück zur Faszination Flummikäfer Vielfältiges Wurzelgemüse
Veronika Eicher 7 Birte Rath 31
© Harald Friedl
Klassenzimmer Wald
Sara Wintereder 11 Service
Gedicht Aufrufe 32
Verfasser ungekannt 14
Lebensübergänge naturtherapeutisch begleiten Kurzmitteilungen, Buchvorstellungen, ,
Sandra Knümann 16 Neues aus der Wissenschat 33
Im Fokus
Menschen
Gold, Weihrauch und Myrrhe
Grüne Transition als
Soziale Landwirtschat mit AsylwerberInnen!
Julian Lugstein 19
Angelika Lorenz 36
Weihnachtswunder
Wie kommt die Kohlmeise zu ihrem Namen?
Natürliche Elemente Armanda Bonomo 39 Warum der Glaube an den Wandel dennoch neurobiologisch wirkt
Mobiles Gärtnern mit dem Hochbeet UWE schen. Vielmehr stehen systemische und neurobiologische
von Harald A. Friedl
Daniela Oester 22 Grundlagender erfolgreicheren Steuerung hochkomplexer
Editorial 1 Je deutlicher globale Fehlentwicklungen wie Klimaer- sozialer Systeme entgegen…
Orte Vorschau 10 wärmung und „Plastik-Pest“ zutage treten, desto lau-
ter wird „Transition“ als goldener Weg in eine „grüne“ Wie klimaneutral ist der Kampf gegen
AkzepTierzeit® Impressum 42
Zukunt beschworen. Gelingenden Revolutionen ste- Klimawandel?
Eva Kredtke-Däpp 25 Veranstaltungskalender 43 hen jedoch physikalische Grundlagen des menschli-
chen Wandels entgegen. Ohne Glaube an den Wandel Dabei liefern aktuelle Berichte über die Entwicklung der Welt
aber geht gar nichts mehr… reichlich Anlass zu schlalosen N2chten. Den Klimawandel
etwa leugnen nur noch politische Clowns. An einer effekti-
M
enschen, die an Perspektiven glauben, sind nach- ven Eindämmung hingegen scheitern bislang selbst leiden-
weislich motivierter und glücklicher als solche, die schaftliche K2mpfer gegen Treibhausgase, wie Al Gore, und
ihre Zukunft in düsteren Farben malen. Antoine dies, obwohl er für seine Überzeugungsarbeit pausenlos rund
Saint-Exupéry empfahl hoffnungsfrohen Veränderungsmana- um die Welt reiste – per klimaschädigendem Flugzeug…
gern: “Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Dieser Widerspruch zwischen Theorie und Praxis ist einfach
Männer zusammen, um […] die Arbeit einzuteilen, sondern erklärbar, jedoch kaum überwindbar. So ist der Aufwand für
lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen die bloße Überzeugung solcher Mitmenschen, die in einem
Meer.” Begeisterung für die Transition der Weltgesellschaft persönlichen Abhängigkeitsverhältnis stehen, von einer per-
hin zur globalen Nachhaltigkeitskultur ist zweifellos eine sönlichen Vision noch gering. Eine solche Vision großl2-
rechts: © Garten der Begnung
links: Kohlmeise © U_ Pollin
notwendige, aber keinesfalls hinreichende Bedingung, wie chig zu verbreiten bedeutet hingegen, herrschende Zustände
ein kritischer Blick auf die magere Erfolgsbilanzhistorischer und damit bestehende Machtverhältnisse zu kritisieren, was
Revolutionen befürchten lässt. Zumeist mündeten Versuche erfahrungsgemäß unter den Herrschenden wenig Freunde
zur großräumig erzwungenen Realisierung sozialer Utopien schafft. Sobald es aber über bloßes kommunikatives Handeln
in Extremismus. Für dieses regelmäßige Scheitern ursächlich hinausgehen und die Welt als Ganzes konkret „umgebaut“
sind jedoch weder falsche Absichten noch „schlechte“ Men- werden soll, „drohen“ weitreichende, in seiner Vielschichtig-
2 Green Care 4|2018 Green Care 4|2018 3
SCH SC H W E R P U N K T
W E R P U N KT
keit zumeist unvorhersehbare Folgen. Solche Veränderungen ion“(UNWTO) von einem kleinen, unbedeutenden Verband vom Paradies. Ich kannte begeisterte Tuareg-Fans, die, ihrer dende Instanz für konkretes Handeln das Limbische System
beeinlussen auch die Grundlangen der eigenen Lebensweise zum global anerkannten Fürsprecher für nachhaltigen Tou- Sehnsucht nach der vermeintlichen Freiheit vom westlichen des Kleinhirns, wo aus der Umwelt wahrgenommene Reiz-
und somit auch des aktuellen Engagements. Wären etwa in rismus. So war auch die Erklärung des Jahres 2017 zum Konsumwahn folgend, einen Aufenthalt in einem Nomaden- muster mit bisherigen Erfahrungen abgestimmt werden. Was
einer nachhaltigen, klimaneutralen Weltgesellschaft über- „UN-Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ eine lager „buchten“. Erschüttert von der unromantischen Realität als „vertraut“ oder „angenehm“ identiiziert wird, indem ein
haupt Flüge zu Vorträgen noch vertretbar, oder die Produkti- UNWTO-Initiative. Was vordergründig als dankenswertes dieser Lebensweise in der Wüste kehrten sie alle zurück in Verhalten zur Ausschüttung von „Glückshormonen“ führt,
on von Printmedien wie dieser GREEN CARE? Engagement zur „Rettung der Welt“ erscheint, erweist sich ihr komfortables Leben, ernüchtert, vielleicht auch etwas de- wird vom Hirn als „gut“ codiert, was zur Wiederholung und
„Nachhaltigkeit“ wörtlich genommen bedeutet, ein System bei genauer Betrachtung eher als Beitrag zur eigenen Kar- mütiger… letztlichen Verfestigung von Verhaltensmustern führt. Dieses
beinde sich im relativen Gleichgewicht („Homöostase“) riere. Denn die Kernbotschaft suggeriert grenzüberschrei- Schema ist extrem energiesparend und effektiv. Auf eben
mit seiner Umwelt, indem es dieser nicht mehr Energie ent- tendes Reisen als „heilsbringende“ Kulturpraxis, die jede Gibt es nur „einen richtigen“ Weg? diesem Prinzip beruhen auch Suchtkrankheiten jeglicher Art.
nimmt, als es „zurückgibt“. Entsprechend dem ersten ther- Menge Arbeitsplätze produziert, ungeachtet der kritischen Neue Verhaltensweisen erfordern den Umbau neuronaler
modynamischen Gesetz der „Energieerhaltung“ bleibt die Folgen wie Treibgasemissionen, Müllberge und die Globa- Dass eine Rückkehr in die „Steinzeit“ für eine Welt von bald Muster. Sie sind somit extrem energieintensiv und zudem
Summe von Energie in einem geschlossenen System immer lisierung westlicher Konsumkultur. Indem die Kosten dieses acht Milliarden Menschenkeine Lösung wäre, ist den meis- meist auch „schmerzhaft“, weil die Angst vor dem Unge-
gleich. Diesem „Ideal“ sehr nahe kommt der Lebensstil tra- „Wirtschaftswunders“ beschönigt oder ausgeblendet werden, ten Verfechtern einer Transition zur nachhaltigen Gesell- wissen zur Ausschüttung von Stresshormonen führt. Darum
ditioneller Nomaden, wie die Tuareg in der Zentralsahara. wächst mit steigendem Tourismusaufkommen auch Ansehen schaft klar. Vielmehr bedarf es innovativer, hochintelligenter bewertet das Gehirn Veränderung erst dann als „sinnvoll“,
Doch entgegen dem romantischen Klischee von „großer und Einluss der UNWTO als Job-Zauberer… Lösungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen, um der zu- wenn sie im Vergleich zu vertrautem Verhalten weniger
Freiheit“ leben diese Menschen, angepasst an extreme Um- Auch das ist nichts Neues, denn die „Welt“ ist ein Zusam- nehmenden Komplexit2t der wachsenden Probleme einiger- Schmerz oder gar mehr Lust verheißt.
weltbedingungen, in äußerst ärmlichen Verhältnissen. menspiel von gegensätzlichen Rollen, wie jene des „Um- maßen gerecht zu werden. Darum gilt Nachhaltigkeit mittler- Genau darum erreichen gefühlsbetonte Signale die meisten
weltsünders“ UND des Umweltschützers. Bekannt war die- weile als boomendes Forschungsfeld. Kaum ein Projekt, das Menschen viel besser als Sachargumente. Visionen „begeis-
Probleme als Job-Generatoren ses Prinzip bereits den alten Chinesen als „Yin-Yang“. So ohne das Prädikat „nachhaltig“ von der öffentlichen Hand tern“, wenn sie im Adressaten die Hoffnung auf ein besse-
alt wie der aufreibende Kampf zwischen gegens2tzlichen inanziert wird. Nur herrscht ein gewaltiger Unterschied zwi- res Leben nähren. Die dadurch im Gehirn ausgeschütteten
Im Kontrast zum Nomadismus basiert unsere moderne Ge- Kr2ften und Sichtweisen ist auch die Sehnsucht nach einer schen dem, was als „nachhaltig“ etikettiert wird, und dem, „Glückshormone“ lösen einen Antrieb aus, der uns selbst
sellschaft auf dem Prinzip energieintensiver Produktionsstei- friedlichen, gerechten und nachhaltigen Gesellschaftsform. was Probleme dauerhaft lösen kann, ohne neue, noch gravie- größte Widerstände überwinden lässt. Menschen wie Gandhi
gerung. Wir „entwickeln“ uns, indem wir der Umwelt immer Schon im Alten Testament wurde der ärmliche Nomade Abel rendere Probleme zu schaffen. oder Nelson Mandela ertrugen jahrelange politische Haft im
mehr Energie in Form von Rohstoffen entnehmen und diese als „gottgef2lliger“ als der wohlhabende Bauer Kain ideali- Dieser Widerspruch zeigt sich am Bespiel der Plastik-Pest! Glauben an eine Zukunft in Freiheit von kolonialer Unterdrü-
„verbraucht“ in Form von „Abfällen“ rückführen. Dadurch siert. In „Utopia“, dem ersten „Bestseller“ über eine „per- Kunststoffabfall verseucht l2ngst jeden Winkel der Erde.
verändern wir permanent unsere Umwelt, etwa in Gestalt fekte“ Gesellschaft im Jahr 1516, beschrieb der englische Besonders populär sind billige Einweg-„Sackerln“ und Pet-
von Klimawandel, und damit auch unsere Lebensgrundlage. Politiker und Philosoph Thomas Moru sein klosterähnliches Wasserlaschen in weniger entwickelten Regionen, wo die
Wichtigstes Kennzeichen dieser Entwicklung ist die Zunah- Zusammenleben in einem strengen Patriarchat – mit weitrei- Abfall-Entsorgung oft noch recht unorganisiert ist. An der
me an Komplexit2t: Unsere Gesellschaft wird vielschichti- chenden Folgen. Sein Roman wurde zum Namensgeber für Verbreitung der Plastik-Epidemie dürfte sich vorerst wenig
ger, dynamischer, somit auch „reicher“ an Problemen, die alle nachfolgenden „Utopien“ und augenscheinlich zur Inspi- 2ndern, paradoxerweise sogar aus Gründen des Klimaschut-
gleichzeitig neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. ration von so mancher brutalen Diktatur im 20. Jahrhundert. zes. Denn Produktion und Transport von solcher Verpackung
Denn neue Probleme schaffen auch neue Job-Chancen: ohne Der Haken bei der Umsetzung theoretischer Gesellschafts- produziert relativgesehen weniger Treibhausgase als Glas
Klimawandel keine Klimaforscher, Umwelttechniker oder entwürfe ist einfach, aber entscheidend: Visionäre Minder- oder Aluminium, ist billiger und entspricht perfekt einer
Öko-Journalisten! heiten bewegen Mehrheiten zur Aufgabe ihrer eingespielten komfortablen Konsumkultur. Nutzloses nach Gebrauch weg-
Die enge Verknüpfung von Systemwandel und Bedeutungs- Lebensweise zugunsten einer ungewissen praktischen Zu- zuwerfen ist kurzfristig viel einfacher und billiger als es um-
gewinn illustriert die Karriere der „Welttourismusorganisat kunft. Denn die Realität entspricht selten den süßen Träumen ständlich zu recyceln. Und die eigens dafür gebauten riesigen
Müllverbrennungsanlagen wollen ja auch ausgelastet sein…
Entscheidungsregeln des Gehirns
Der Grund für diese äußeren Widersprüche liegt in der hoch-
gradigen Komplexit2t von menschlicher Kultur. Diese ist
kein monolithischer Block, sondern ein komplexes System
aus vielfältigen, dynamischen Wechselwirkungen zwischen-
all den individuellen Lebensweisen der Menschen, die sich in
Anpassung an ihre jeweilige Umwelt ausgeformt haben. Dar-
um ist auch die Rede von „globaler Kultur“ eher als hilloser
Ausdruck einer extrem vereinfachenden, technokratischen
Sichtweise auf die Welt zu verstehen denn als praktische An-
leitung zur Weltgestaltung.
Aus neurobiologischer Sicht ist menschliches Verhalten keine
© Harald Friedl
© Harald Friedl
Umsetzung eines „freien Willens“, sondern das Zusammen-
spiel zwischenErbanlagen, prägenden Umweltbedingungen,
dem Gehirn und unseren Hormonen. Hier ist die entschei-
SCH SC H W E R P U N K T
W E R P U N KT
© Harald Friedl
© Dorit Haubenhofer
e © Dorit Haubenhofer
ckung – zu Zeiten, als die „zivilisatorische Überlegenheit“ Vielleicht halten darum viele Verfechter der grünen Tran-
von Europäern noch als selbstverständlich galt. Dennoch ha- sition am überkommenden Muster belehrender Argumente
ben sie nie den Glauben an die Möglichkeit einer „besseren“
Welt verloren.
fest, anstatt verunsicherte Menschen emotional zu erreichen
und mit dem „Weihnachtswunder“ vom gelingenden Wan- Zurück zur
Dass wir uns heute die Gesellschaft von morgen (noch) nicht
vorstellen können, liegt in der Natur zukünftiger Innovatio-
del zu begeistern. Wer sich aber unverstanden fühlt, sucht
seinen Trostdort, wo das Handwerk der Verführung perfekt Faszination Flummikäfer
nen: Man kann das Nicht-Gedachte nicht denken. Doch las- beherrscht wird, etwa in der Konsumwelt.
sen sich auch „Probleme […] niemals mit derselben Denk- Freies Spielen in der Natur ist wichtig – und natürlich!
weiselösen, durch die sie entstanden sind“ (A. Einstein).
Trotzdem, würden wir uns dem Glauben an das unabwend- Eine persönliche Frage an Sie ... von Veronika Eicher friedenes Stampfen. Mit einem lauten „BÄÄH! Eklig!“, läuft
bare Ende unserer Welt unterwerfen, so würden wir aufgrund er zurück auf den Spielplatz.
unserer Apathie dieselbe Prognose verwirklichen. Paul Watz- Was bedeutet für Sie das Ende des alten und Natur mit allen Sinnen erleben: Seltene Momente der Zwei kleine Kinder. Ein Jahr Altersunterschied. Die Klei-
lawicks Gesetz der „selbsterfüllenden Prophezeiung“ wirkt der Beginn des neuen Jahres? heutigen Kindheit. Dass wir Menschen Teil der Na- ne ist von Insekten (noch?) fasziniert, der Große indet sie
aber auch in die andere Richtung: Wer an den eigenen Erfolg tur sind und Jahrmillionen eng mit ihren Kreisläufen (schon?) eklig. Wieso verwandelt sich Faszination in Abnei-
glaubt, wird es irgendwann und irgendwie schaffen, weil er Die grüne Transition ist unsere Chance, unsere verbunden waren, ist fast in Vergessenheit geraten. gung? Wieso entfremden sich Kinder von der Natur? Und
fortlaufendnach neuen, geeigneten Lösungen sucht, anstatt Lebensqualität zu erhalten, indem wir belastende Höchste Zeit, den Weg zurück zu inden. wie können wir Eltern die Faszination erhalten und unsere
tatenlos am Schicksal zu verzweifeln. Verhaltensmuster abwerfen. Die Alternative zu Kinder zurück zu einem respektvollen Umgang mit der Natur
Die wichtigste Voraussetzung für konstruktiven Wandel ist dieser Herausforderung dürfte mittelfristig eine
E
in milder Frühlingstag auf einem Spielplatz in einer begleiten?
die Offenheit für Neues, wie sie Kindern und jung geblie- Zunahme von zerstörerischen Konlikten sein.
deutschen Großstadt. Meine Tochter, 18 Monate alt,
benen Menschen eigen ist. Ihre Lebendigkeit nährt sich aus entdeckt einen Schnellkäfer. Sie verfolgt ihn mit ih- Wir verlieren den Kontakt:
ihrer „Neu-Gier“ an der sich wandelnden Um-Welt. So üben rem Finger. Er f2llt auf den Rücken. Kurz zappelt er wild Unsere Natur wird uns fremd
sie lebenslang ihre Fähigkeit zur Bewältigung neuer Proble- mit den Beinen. Dann bugsiert er sich wie ein Flummiball
me. Wer sich hingegen vor Neuem fürchtet, klammert sich an Harald A. Friedl hoch in die Luft. Meine Tochter hält den Atem an. Mit gro- Über Jahrmillionen lebten Menschen mit der Natur auf
vertraute Verhaltensweisen, die oft die Ursache der bekämpf- ßen Augen schaut sie dem K2fer hinterher. „BOOAH“, staunt Augenhöhe. Bis zu unserer Großeltern- (und zum Teil noch
ten Probleme sind. ist Professor für Nachhaltigkeit sie. Schnell rappelt sie sich hoch und litzt mit ihren kurzen, unserer Eltern-) Generation lebten die Menschen noch
und Ethik am Institut für Gesundheit stämmigen Beinen hinterher. deutlich intensiver als heute von und mit der Natur: Die
Literatur Hinweise und Tourismus Management an der Mein Neffe, 30 Monate alt, bemerkt währenddessen auf ei- Kinder spielten in jeder Jahreszeit auf Feld und Flur. Der
FH JOANNEUM in Graz. ner Bank eine Blattwanze. Ganz gemächlich bahnt sich die Speiseplan der Familie änderte sich mit den verschiedenen
Frank, G. (2018). Zukunft schaffen. Vom guten Erleben als Wanze ihren Weg über die Unebenheiten der Lehne hinweg. Erntezeiten im Laufe des Jahres.
Werkzeug des Wandels. Oekom. (harald.friedl@fh-hoanneum.at) Mein Neffe hat dafür keine Geduld. Schwungvoll wischt er Doch in den letzten zwei Generationen hat sich der Bezug
Schneidewind, U., Wiegandt, K. &Welzer, H. (2018).Die die Wanze mit der Hand hinunter. Die Wanze landet am Bo- zur Natur stark ver2ndert. Mit der heutigen Kindergeneration
Große Transformation. Eine Einführung in die Kunst den auf dem Rücken. Sie zappelt hillos mit ihren Beinen. erleben wir einen Bruch, der so heftig ist, dass wir den Zu-
gesellschaftlichen Wandels. Fischer. Doch nicht lange. Mit seinem dicken Gummistiefel steigt der gang zur Natur gezielt herstellen müssen, um unsere Kinder
Junge auf die Wanze. Ein kurzes Knacken, ein zweites, zu- an die Natur heranzuführen.
Green Care 4|2018 7
6 Green Care 4|2018