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Sonderdruck aus Der Festungsbau auf dem Weg in den Ersten Weltkrieg Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung e.V. Festungsforschung Band 11 Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung e.V. Festungsforschung Band 11 Redaktion: Guido von Büren und Andrea Tonert Umschlagabbildung: Oben: Épinal, Fort d’Uxegney. Foto: Johannes Müller-Kissing. Unten: Ingolstadt, Gießereigelände, historische Aufnahme 1917/18. Foto: Rieter AG. Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.dnb.de> abrufbar. 1. Auflage 2019 © 2019 Verlag Schnell & Steiner GmbH, Leibnizstr. 13, D-93055 Regensburg Umschlaggestaltung: Anna Braungart, Tübingen Satz: typegerecht berlin Druck: Erhardi Druck GmbH, Regensburg ISBN 978 -3 -7954 -3447-2 Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Verlages ist es nicht gestattet, dieses Buch oder Teile daraus auf fotomechanischem oder elektronischem Weg zu vervielfältigen. Weitere Informationen zum Verlagsprogramm erhalten Sie unter: www.schnell-und-steiner.de Inhalt Vorwort 7 JOHANNES MÜLLER-KISSING Entwicklung und Einsatz von Heeresfeldbahnen im deutschen und französischen Festungsbau bis 1918 9 VOLKER KONSTANTIN PACHAUER Das k.u.k. Befestigungssystem als Instrument der militärischen Sicherung und des politischen Herrschaftsanspruches in Bosnien, der Herzegowina und im südlichen Dalmatien zwischen 1878 und 1914 23 CHRISTOPH RELLA Der 30,5 cm Mörser Nr. 43 im Ersten Weltkrieg. Aus den Briefen eines k.u.k. Artilleriekommandanten 37 MARKUS THEILE Der Armierungsausbau der deutschen Festungen zwischen 1887 und 1914 – taktische und bauliche Grundsätze im Wandel 51 VOLKER MENDE Präfabrizierte Betonelemente im semipermanenten Festungsbau während des Ersten Weltkrieges 101 ŁUK ASZ PARDELA Neue Befestigungen in der Gegend der Festung Breslau 121 PER-OLE POHL Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde – Die Festung Friedrichsort und die Kieler Befestigungen in preußischer Zeit 133 TOMMY JARK Der Kriegshafen Stralsund-Rügen 167 GLĂVAN CIPRIAN Die Abtragung der Festung Temeswar 177 GERD RIEDEL UND RUTH SANDNER Rüstungsproduktion und Industrialisierung in der Festung Ingolstadt – archäologische Ergebnisse 187 ERNST AICHNER Nutzung und Erhaltung ehemaliger Festungs- und Militärbauten im Bereich der bayerischen Landesfestung Ingolstadt 205 Autorenverzeichnis 215 Farbtafeln 217 Per-Ole Pohl Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde Die Festung Friedrichsort und die Kieler Befestigungen in preußischer Zeit Einleitung Am Ende der 17 km langen Förde liegt die Stadt Kiel. Umgeben wird die Förde durch eine Moränenzunge, die sich bis auf eine Höhe von 50 m über NN erhebt. Verlassen wir die Stadt auf dem Seewege, weitet sich nach etwa 3 km die Wasserfläche und bildet einen natürlichen Tiefwasserhafen, der ankernden Schiffen Schutz vor Wind und Wetter bietet. Einige Kilometer weiter verengt sich die Förde an der Friedrichsorter Enge auf eine Breite von nur knapp 1000 m. An dieser Stelle bewacht seit dem 17. Jahrhundert die historische Festung Friedrichsort den Übergang zwischen Innen- zur Außenförde. Nach dem Passieren der Enge weitet sie sich wieder trichterförmig und geht nach einigen Kilometern in die Kieler Bucht über.1 Die Festung Kiel und ihr militärisches Zentrum, die Festung Friedrichsort, ist die wohl am besten erhaltene neuzeitliche Befestigungsanlage in Schleswig-Holstein und gilt heute als die letzte weitgehend erhaltene Seefestung Deutschlands und ein herausragendes Bauund Kulturdenkmal, das von einer knapp 400 -jährigen Militär- und Festungsgeschichte zeugt.2 Mit der Modernisierung und Neukonzeptionierung der Kieler Befestigungsstrategie in preußischer Zeit wurde aus der dänischen Universalfestung eine preußische Seefestung. Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich aus der einstmals einzelnen Festung ein großer Militärkomplex mit angegliedertem Wirtschaftsstandort. Die Anlage weist verschiedene Bauphasen auf, von denen ich hier primär die preußischen bzw. deutschen beleuchten werde, welche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgeführt wurden. Dabei lege ich entsprechend des Schwerpunktes dieses Tagungsbandes den primären Fokus auf die großen Defensivwerke wie Forts und Festungen. Die wechselvolle Geschichte der Festung Friedrichsort bzw. Kiel war ausschlaggebend für die Titelwahl zu diesem Artikel. Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde beschreibt für mich die drei Phasen der preußisch/deutschen Festungszeit. Die Bewehrungsphase setzt in den 1840er Jahren ein. Dänemark war bereit, die Festung aufzugeben. Die preußische Führung erkannte hingegen das Potential des Ortes und setzte alles in eine Reaktivierung und Verbesserung der Festungsanlagen. Unter ihrer Führung wuchs Kiel zu einer bedeutenden Marinestadt heran. 134  Per-Ole Pohl Die Bewährungsphase gliedere ich in die Zeit zwischen 1870 und 1918. Die Festung musste sich gegenüber den deutschen Militärstrategen immer wieder bewähren und wurde wiederholt ausgebaut und modernisiert, um den Erwartungen Genüge zu tun. Eine militärische Bewährungsprobe, abseits von Manövern, fand in der Praxis jedoch nie statt. Doch vielleicht hat sich die Festung Kiel als Mittel der Abschreckung bewährt. Die Bewahrungsphase bricht dann nach 1918 an und deckt neben der Zeit der Demilitarisierung auch das moderne Bestreben eines zeitgemäßen Denkmalschutzes ab. So konnte die Festung in ihren groben Zügen beide Weltkriege überdauern und bis heute als Kulturdenkmal bewahrt werden. Die Dänische Festung Auf Geheiß des dänischen Königs, Christian IV., begann der Festungsbaumeister Axel Urup im Jahre 1632 mit dem Entwurf und Bau der nach dem König benannten Festung Christianspries. Die nach niederländischer Manier errichtete Festung entstand am westlichen Ufer der Kieler Förde an der mit nur 1.000 m Breite schmalsten Stelle (sog. Friedrichsorter Enge) der Förde.3 Der Beginn der Bauplanung der 1637 fertig gestellten Anlage kann dabei bis in das Jahr 1630 zurückverfolgt werden.4 Militärstrategische Grundlage der Festung war der Kampf zwischen Dänemark und Schweden um die Vormachtstellung in der Ostsee.5 Aus politisch motivierten Gründen wurde die Befestigung allerdings 1650 wieder von dänischen Truppen geschleift.6 Nach einigen Jahren festungsloser Zeit erkannte das dänische Militär erneut die Bedeutung und das strategische Potential einer befestigten Kieler Förde, sodass bereits 1663 mit dem Bau einer neuen Festung am selben Standort, an dem dereinst die Festung Christianspries gestanden hatte, begonnen wurde. Die Arbeiten an der nach dem amtierenden dänischen König Frederik III. benannten Festung Friedrichsort (Abb. 1 = Taf. VII), wurden vom renommierten Festungsbaumeister Henrik Ruse geleitet.7 Auch wenn die letzten Arbeiten erst im Verlauf des Jahres 1690 abgeschlossen wurden, so war das Bollwerk bereits seit 1667 einsatzbereit und kampffähig.8 Während der folgenden Jahrhunderte tat das Defensionswerk seinen Dienst für die dänische Krone, ehe sich zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine deutsche Festungsgeschichte in Friedrichsort anbahnte. Im März 1848 entfachten die revolutionären Gedanken, die zu dieser Zeit weite Teile Europas ergriffen, einen Bürgerkrieg um die Unabhängigkeit der Herzogtümer Schleswig und Holstein von Dänemark, der als Schleswig-Holsteinische Erhebung in die Geschichtsbücher einging. Zu dieser Zeit war die Festung Friedrichsort bereits technisch veraltet und entsprach in ihrem Zustand nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Schutzwirkung und Bewaffnung. Notwendige Investitionen waren zuletzt ausgeblieben, weshalb es auch nicht weiter verwunderlich ist, dass die Schleswig-Holsteiner bereits in den ersten Kriegstagen kampflos die Kontrolle über die Festung Friedrichsort von der dänischen Besatzung übernahmen.9 Mit Hilfe ihrer deutschen Verbündeten errichteten sie auf dem, nördlich von Friedrichsort gelegenen, Braunen Berg, sowie auf dem Ostufer bei Laboe, Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  135 Möltenort und auf dem Jägersberg, provisorische Schanzen, die bei der Verteidigung Kiels vor einem etwaigen Angriff von See schützen sollten. In der Innenförde entstanden darüber hinaus eine Schanze auf dem Ostufer bei Ellerbek und auf dem Westufer die Düsternbrooker Schanze und das Fort Delius.10 Bereits während dieses blutigen Bürgerkrieges gab die preußische Regierung ein Gutachten in Auftrag, welches prüfen sollte, ob Kiel als Standort eines Kriegshafens geeignet wäre und ob sich von diesem Standort ein strategischer Vorteil für Preußen ableiten ließe. Erwartungsgemäß befürworteten die Gutachter den Standort. Man plante somit bereits für die Zeit nach dem erwarteten Sieg über Dänemark. Der politische Rückzug der bundesdeutschen Truppen aus dem Konflikt und die darauf folgende verheerende Niederlage der Schleswig-Holsteiner, legten das Konzept eines Kieler Kriegshafens jedoch erst einmal auf Eis.11 Nach ihrem Sieg erhielten die Dänen rasch die Gewalt über die Festung Friedrichsort zurück und begannen bereits kurz nach 1851 damit, die Anlage zu entwaffnen.12 Gleiches war parallel auch an der Festung Rendsburg zu sehen, die den Schleswig-Holsteinern als militärische Basis gedient hatte. Für den Fall eines erneuten Krieges mit einem potentiellen deutschen Feind wollte man sich der veralteten Befestigungen in Südschleswig entledigen um sich militärisch auf die Stellungen am Danewerk, sowie bei Düppel und Fredericia zu konzentrieren.13 Friedrichsort wird preußisch Zu Beginn des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864 bestand die dänische Besatzung der Festung Friedrichsort nur noch aus zwei Soldaten, die sich kampflos den anrückenden Preußen ergaben.14 Diese besetzten die Festung und begannen alsbald damit, einige der provisorischen Schanzen aus der Zeit der Schleswig-Holsteinischen Erhebung wieder behelfsmäßig herzurichten und zu modernisieren.15 Der allen voran bei Düppel und Alsen entschiedene Krieg endete zu Ungunsten der Dänen mit einem überragenden Sieg der preußischen und österreichischen Truppen. Der Wiener Frieden von 1864 beendete Dänemarks Herrschaft über Schleswig-Holstein, welches unter den Siegermächten aufgeteilt wurde, womit auch die in Schleswig gelegene Festung Friedrichsort ihren Besitzer wechselte und dauerhaft preußisch wurde.16 Nachdem nun die Herzogtümer Schleswig und Holstein in deutscher Hand lagen, erinnerte sich die preußische Führung an die bereits 1848 erörterte Bedeutung der Kieler Förde als Kriegshafen und legte der Erneuerung der Konzeptionierung eine große Bedeutung und Priorität bei. Der Aufstieg Kiels zum preußischen Kriegshafen begann am 24. März1865 mit der Verlegung sämtlicher preußischer Flottenverbände im Ostseeraum nach Kiel,17 während parallel auch das preußische Seebataillon nach Kiel verlegt wurde.18 Kiel gehörte zu dieser Zeit allerdings zu dem von Österreich verwalteten Holstein, während die Festung Friedrichsort im preußisch besetzten Schleswig die Kieler Förde kontrollierte. 136  Per-Ole Pohl Dieser voreilige und nicht mit den verbündeten Österreichern abgesprochene Schritt missfiel der Habsburgermonarchie zutiefst und belastete das politische Verhältnis zwischen den beiden deutschen Großmächten zusehends. Die Lage spitzte sich sogar weiter zu, als am 24. Juni1865 die preußische Marinestation von Danzig nach Kiel verlegt wurde.19 Gelöst wurde dieser Konflikt durch die zwischen Österreich und Preußen verhandelte Garsteiner Konvention, die u. a. die Hoheit über die Kieler Förde regelte. Dabei wurde vereinbart, dass der Kieler Hafen und die Polizeigewalt im Hafen unter preußischer Verwaltung zu stehen hatten, während der Rest der Stadt weiterhin der österreichischen Verwaltung und Polizeigewalt unterstand. Zudem wurde Preußen das Privileg zugesprochen, beiderseits der Förde Befestigungsanlagen zu errichten, welche die im preußischen Schleswig gelegene Festung Friedrichsort bei der Verteidigung der Förde unterstützen sollten.20 Im Detail hieß es in Artikel 2. der Gasteiner Konvention vom 14. August 1865: „Die hohen Contrahenten wollen im Bunde die Herstellung einer deutschen Flotte in Antrag bringen, und für dieselbe den Kieler Hafen als Bundeshafen bestimmen. Bis zur Ausführung der desfallsigen Bundesbeschlüsse benützen die Kriegsschiffe beider Mächte diesen Hafen und wird das Kommando und die Polizei über denselben von Preußen ausgeübt. Preußen ist berechtigt, sowohl zur Verteidigung der Einfahrt Friedrichsort gegenüber die nötigen Befestigungen anzulegen, als auch auf dem holsteinischen Ufer der Bucht, die dem Zweck des Kriegshafens entsprechenden Marine-Etablissements einzurichten. Diese Befestigungen und Etablissements stehen gleichfalls unter preußischem Kommando, und die zu ihrer Besatzung und Bewachung erforderlichen preußischen Marinetruppen und Mannschaften können in Kiel und Umgebung einquartiert werden.“21 Bereits kurz nach Unterzeichnung des Abkommens wurde mit dem Bau provisorischer Feldbefestigungen begonnen. Im ersten Schritt bestand die Priorität allerdings darin, die Instandsetzung und Armierung der bestehenden Schanzen bei Laboe, auf dem Jägersberg, bei Möltenort und auf dem Braunen Berg voranzutreiben.22 Manifestiert wurde die Einrichtung von Befestigungsarbeiten vor Ort spätestens mit der Allerhöchste Kabinettsorder vom 28. September 1865: „Ich genehmige hiermit, dass zur speziellen Leitung der Befestigungsarbeiten des Kieler Hafens ein Hauptmann und ein älterer Lieutenant vom Ingenieur-Korps, ferner 4 Unteroffiziere, 32 Pioniere des Magdeburgischen Pionier-Bataillons Nr. 4 kommandiert werden.“23 Bis ins Jahr 1865 hinein hatte die Besatzung der Festung Friedrichsort aus Truppen des Heeres bestanden, welche im Januar 1866 durch aus Stralsund verlegte Seeartilleristen ersetzt wurden.24 Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  137 Die zweite Gründung Kiels Im Juni 1866 kam es zum Krieg zwischen Österreich, Preußen und deren jeweiligen Verbündeten.25 Die 1865 in Angriff genommenen Ausbauarbeiten waren vor Kriegsausbruch weitestgehend abgeschlossen worden, sodass die preußischen Defensionswerke besetzt und auf etwaige Kampfhandlungen vorbereitet waren. Kriegerische Ereignisse für Kiel brachte der Konflikt jedoch nicht mit sich. Entschieden wurde der Krieg in der mehr als 600 km entfernt stattfindenden Schlacht von Königgrätz. Noch im selben Jahr wurde der Krieg mit dem Prager Frieden vom 23. August1866 beendet, welcher u. a. die Abtretung Holsteins an Preußen umfasste und so auch die Kriegshafenstadt Kiel offiziell und in Gänze zum preußischen Verwaltungsgebiet wurde.26 Später im selben Jahr wurde durch Kabinettsorder vom 27. September1866 eine Festungsbaudirektion in Friedrichsort eingesetzt, welcher Erhalt und Ausbau der Defensionswerke in der Region übertragen wurde. Diese nahm alsbald die Arbeit auf und begann mit der Wiederaufnahme militärischer Bautätigkeit an der Förde, wobei neben zeitnah realisierten Neubauprojekten, wie z. B. der Laboratoriumsredoute bei Friedrichsort auch eine Ergänzung des bestehenden Festungssystems durch Küstenforts in Erwägung gezogen wurde.27 Doch nicht nur die Befestigungen an den Fördeufern bekamen einen Wachstumsschub, sondern auch das nahe gelegene Kiel, das sich innerhalb kürzester Zeit aus einem beschaulichen Städtchen zu einer bedeutenden Militär- und Marinestadt wandelte. Das Jahr 1866 wird daher gemeinhin oft als zweite Gründung Kiels bezeichnet.28 Seit diesem Jahr wird häufig der Name Festung Kiel für das Konglomerat an Befestigungsanlagen rund um die Förde verwendet, wofür bisher der Name Festung Friedrichsort als Synonym herangezogen wurde. Diese war ebenfalls einem fast schon als Neubau zu bezeichnenden Umgestaltungsprozess unterworfen. So wurden zu dieser Zeit u. a. die meisten Gebäude aus dänischer Zeit, mit Ausnahme des Zeughauses, abgebrochen. Darauf folgte die von 1866 bis 1876 andauernde Modernisierung der Anlage. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf einer primären Neuausrichtung der Festung zur Seeseite hin, im Zuge dessen die östliche Wallkontur der Festung vollständig verändert wurde. Aufgrund der strategischen Neuausrichtung der Festung verloren die noch aus dänischer Zeit stammenden Vorwerke vollständig ihre Bedeutung und wurden dem Verfall preisgegeben oder abgetragen.29 Am 24. Januar 1867 gingen die beiden Herzogtümer Schleswig und Holstein als Provinz Schleswig-Holstein in Preußen auf und noch im selben Jahr wurde die in Kiel liegende preußische Flotte in die norddeutsche Bundesmarine eingegliedert.30 Parallel dazu wurde das Konzept einer gesamtheitlichen Befestigung Kiels mit detachierten Forts, zur Land- und Seekriegsführung, entwickelt und teilweise bereits in Angriff genommen. Bestehende Schanzen und Stellungen wurden dabei erneut ausgebaut. So entstand zwischen 1867 und 1870 u. a. die unweit der Festung gelegene Batterie Brauner Berg, die allerdings bereits im Jahr 1868 als Fort bezeichnet wurde.31 Im April 1868 tagte eine Kommission über die weitere Armierung der Festung Kiel. Bei einem Besuch des preußischen Königs Wilhelm I. im Sommer 1868 präsentierte diese ihre 138  Per-Ole Pohl Ergebnisse, welche sich in der kurze Zeit später veröffentlichten „Königlichen Ordre vom 15. September 1868“ widerspiegelten: „Nachdem ich bei Gelegenheit meiner Reise nach den Elb-Herzogtümern die örtlichen Verhältnisse des Kieler Hafens aus eigener Anschauung kennengelernt habe, bestimme Ich nunmehr, unter Berücksichtigung der Mir von Ihnen an Ort und Stelle gehaltenen Vorträge bezüglich der fortificatorischen Sicherung des Hafeneinganges das Nachstehende: 1. Der Ausführung und Vervollständigung der Hafenbefestigung ist das von den Ingeni- eurbehörden bearbeitete Projekt zu Grunde zu legen. Es ist jedoch nach den Vorschlägen der Local-Commission die äußere Position (des Jägers- und des Brauneberges) durch eine Strandbatterie am Fuße des Jägersberges, die innere (Friedrichsort-Korügen) durch eine molenartigen Einbau in das Fahrwasser bei Friedrichsort und Anlage einer Panzerbatterie auf dem Molenkopf zu versperren. 2. Von der Verlängerung der linken Face des Fort Brauneberg ist im Interesse einer möglichst baldigen Herstellung der Verteidigungsfähigkeit wenigstens der äußeren Position Abstand zu nehmen. Auch sind die provisorischen Batterien am Hang des Jägersberges und bei Möltenort bis auf weiteres zu konservieren. 3. Vornehmlich aber muß ich darauf dringen, dass die Bauausführung der Werke nach Möglichkeit beschleunigt und die Verteidigungsfähigkeit des Hafeneingangs dergestalt stetig gesteigert werden, daß Position für Position vollendet und armiert wird, sowie die Bauausführung der einzelnen Werke solches irgend gestattet. Es dürfen daher auch die verfügbaren Geld- und Arbeitskräfte nicht zersplittert, sondern müssen vielmehr derart verwendet werden, dass die einzelnen Glieder des gesamten Verteidigungssystems demselben in methodischer Reihenfolge sich anschließen. Demgemäß werden die Bauausführung und Armierung der Werke in der Zeitfolge derartig zu disponieren sein, dass zunächst das im Umbau begriffene Fort Brauneberg und die Feste Friedrichsort verteidigungsfähig hergestellt werden, danach das Fort Korügen und der molenartige Einbau in das Fahrwasser, die Herstellung der erweiterten Befestigungen des Jägersberges und sodann erst der Ausbau der Batterie Möltenort mit dem Fort Heidberg sowie die Umwallung des Laboratoriums zur Ausführung gelangen. Sie haben demnach das Weitere zu veranlassen. Kiel, den 15ten September 1868 gez. Wilhelm gegez. V. Roon Allerhöchst eigenhändiger Zusatz SM des Königs: Gleichzeitig gebe Ich nach der Meiner ocular Besichtigung zur Erwägung, ob die vorhandenen und noch zu erbauenden Werke nicht in der Geschützzahl zu verstärken sind. gez. Wilhelm.“32 Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  139 Diese königliche Anordnung verband dabei die bestehenden Planungen der Festungsbaudirektion mit den neuen Vorschlägen der eingesetzten Kommission. Wichtige Beschlüsse waren dabei die Anlegung einer Sperrbatterie am Fuße des Jägersberges, die Erweiterung des Forts Brauner Berg auf dem Westufer sowie die Errichtung der Forts Korügen und OberJägersberg auf dem Ostufer.33 Ergänzend dazu wurden 1869 und 1876 im nördlichen Bereich der Festung Friedrichsort zwei backsteinerne Kasematten errichtet, welche noch heute die Innenbebauung dominieren und optisch prägen.34 Allerdings zeigte die Geschichte auch, dass nicht alle der projektierten Baumaßnahmen realisierbar waren. So wurde z. B. der molenartige Einbau mit Panzerturm bei Friedrichsort nie in eine tatsächliche Planungs- oder Bauphase überführt. Die Bewährungsprobe Als Frankreich Preußen am 19. Juli 1870 den Krieg erklärte, war die Festung Kiel bereits auf einen entsprechenden Fall vorbereitet worden (Abb. 2).35 Schon am 15. Juli 1870 waren Heer und Marine in Kriegsbereitschaft versetzt worden und nur einen Tag später war in Kiel bereits der Belagerungszustand ausgerufen worden.36 Zur Sicherung des Hafens vor etwaigen Durchbruchsversuchen des Feindes wurde alsbald mit der Ausbringung einer mehrstufige Seesperre aus Ketten, Netzen, Balken, Booten sowie elektrischen- und Kontakttorpedos zwischen dem Braunen- und dem Jägersberg begonnen.37 Diese mehrstufig angelegte Sperre wurde selbst durch Sperrbatterien an den Ufern der Förde flankiert.38 Dennoch trügt der Schein eines vollständig verteidigungsbereiten Festungskomplexes. So war von den 1868 in Planung gegebenen Forts nur das erweiterte Fort Brauner Berg tatsächlich einsatzbereit. Die neu geplanten Anlagen Korügen und Ober-Jägersberg befanden sich hingegen noch mitten in der Planungs- bzw. Bauphase.39 Und auch an vielen anderen Orten des Kieler Defensionkomplexes liefen zeitgleich noch Bau- und Armierungsarbeiten, ehe sie vielerorts für die Dauer des Krieges weitestgehend ausgesetzt wurden. Einen detaillierten Einblick über den: „Stand der Armierungsarbeiten der Befestigungen bei Friedrichsort“, gibt uns das Schreiben des Festungsbaudirektors Oberstleutnant From, welches er am 1. August 1870 an seine Vorgesetzten im Berliner Marine-Ministerium in Berlin sandte: „Feste Friedrichsort und Fort Brauneberg nach See hin vollständig armiert und gegen gewaltsame Angriffe von Land her gesichert. Fort Brauneberg: Küstengeschütze in Batterie … 8 – 72 Pfd 4 – 24 Pfd Feste Friedrichsort: Seefront … 9 – 72 Pfd 7– 24 Pfd 140  Per-Ole Pohl Bastion Königin (gegen Schiffe, die die Sperre durchbrochen haben) Batterie Jägersberg: Batterie Möltenort: … 2 – 24 Pfd 2 – 24 Pfd … 3 – 72 Pfd 2 – 24 Pfd … 3 – 72 Pfd ______________________ 23 – 72 Pfd 17– 24 Pfd 40 Geschütze Summa Fort Brauneberg: Landfront mit Geschützen armiert … 14 Stck Besatzung … 470 Mann Mannschaften teils bombensicher, teils wenigstens gegen Wetter geschützt untergebracht. Probeschüsse. Feste Friedrichsort: Bastion Kronprinz: armiert. Brustwehr und Wallgang fertig, gemauerter Abriß mit Eisenbahnschienen eingedeckt. Erddecke noch nicht vollständig, der gemauerte Abriß nur teilweise. Batterie Kronprinzeß: armiert. Brustwehr zum großen Teil fertig. Flankengeschütze noch keine Brustwehren. Batterie Georg: Am linken Flügel noch eine Lücke im Wall. Dort befindet sich die Baugrube für die Hohlbauten. 3 Kasematten für Munition werden aufgemauert. Rechter Flügel: 2 Geschützstände für 24 -Pfünder. Früher: 1-72 Pfd und 3 -24 Pfd. Courtine König und Königin: Von Vorrats-Erdhaufen befreit, zur Unterbringung von Infanterie oder Artilleriebeatzung. Courtinenwall soweit erhöht, dass er den direkten Schuss deckt. Wallgang und Brustwehr fehlen noch ganz. Pulvermagazine belegbar hergestellt und belegt. Eingänge der Feste genügend gesichert. Blockhäuser für die äußeren Palisaden-Tambours in Arbeit. Besatzung verstärkt. Küche in den Kasematten fertig, eine zweite und eine Bäckerei im Bau. Telegraphenleitung nach Möltenort wird gelegt. Jägersberg: Zur Sicherung der tief gelegenen Batterie wurde der Bau einer 5-seitigen Redoute für 300 Mann auf der Höhe des Jägersberges angefangen, wo ein Fort projektiert war. Küstenbatterien p.p. auf Jägersberg und Korügen noch nicht begonnen, da keine wirkungsfähigen Geschütze vorhanden. Oberst Rode von der Königlichen Marine hat mit seinen Matrosen unter Verwendung von Bootsgeschützen Verteidigungsmaßnahmen gegen eine Landung im Laboer Hafen getroffen. Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde Abb. 2: Projektierter Ausbauplan der Kieler Hafenbefestigungen in den Jahren 1870 und 1871  141 142  Per-Ole Pohl Batterie Jägersberg und Möltenort je 100 Mann; Gesamtbesatzung der Befestigungen etwa 2000 Mann.“40 Effektiv waren von den großen Anlagen zu diesem Zeitpunkt also nur die Festung Friedrichsort und das Fort Brauner Berg einsatzbereit. Die allgemeinen Ereignisse und Folgen des Deutsch-Französischen Krieges sind gemeinhin bekannt. Nicht unbedingt aber die Ereignisse, die sich während dieser Zeit in der Kieler Förde abspielten. Die heiße Phase des Krieges wurde in Kiel am 6. August 1870 eingeleitet, als die Beobachtungsstation bei Bülk die Sichtung eines feindlichen Geschwaders, bestehend aus sieben großen und einem kleinen Dampfer, meldete. Die Kieler Befestigungen wurden in Gefechtsbereitschaft versetzt. Die Franzosen blieben jedoch außerhalb der Schussweite und drehten letztendlich ab.41 Am 19. August 1870 wurde bei Bülk unter Parlamentärsflagge ein Schreiben der französischen Admiralität überreicht, welches die Blockade der Ostseehäfen durch die französische Marine vom 15. August 1870 anzeigte. Zu einer echten Seeblockade kam es in der Kieler Bucht jedoch nie. Lediglich zwei weitere Male in diesem Krieg zeigten sich französische Kampfschiffe in Sichtweite Kiels, drehten jedoch immer wieder vor dem Ausbruch von Kampfhandlungen mit dem Ziel Danzig ab.42 Als der Krieg durch Friedensschluss vom 16. Mai 1871 endete, waren die Kieler Befestigungen bereits seit zwei Monaten in den Friedenszustand versetzt und die Seesperren beseitigt worden.43 Mit der auf den Frieden folgenden Ausrufung des deutschen Kaiserreiches wurde aus der norddeutschen Bundesmarine die Kaiserlich-Deutsche Kriegsmarine und Kiel wurde ihr Reichskriegshafen in der Ostsee.44 Auch ohne direkte Kriegshandlungen vor Ort hatten die Kriegsjahre 1870 und 1871 gezeigt, dass für eine effektive Verteidigung des Kriegshafens eine erneute Verstärkung und Erweiterung der Befestigungsanlagen notwendig war. So wurde nach 1871 erneut das Konzept einer gesamtheitlichen Befestigung Kiels mit detachierten Forts zur Land- und Seekriegsführung in Angriff genommen. Dabei wurde der Bau von insgesamt zehn detachierten Forts im Umfeld der Festung Friedrichsort ernstlich erwogen.45 Doch schon bald wurde den Verantwortlichen klar, dass dieses Konzept zu ambitioniert war, sodass es nie in die Tat umgesetzt wurde. Stattdessen besann man sich zurück auf Vorkriegspläne und beschloss, sich vornehmlich auf den Ausbau der bisher nur als Redouten ausgeführten Forts Korügen und Ober-Jägersberg zu konzentrieren. Mit diesen Befestigungsanlagen reihte sich Kiel in einen losen Festungsgürtel an der deutschen Ostseeküste ein, der sich von Memel im Osten, über Pillau, Danzig, Kolberg, Swinemünde, Stralsund, Kiel/Friedrichsort bis nach Sonderburg/Düppel im Nord-Westen erstreckte.46 Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  143 Die Zwischenjahre Am 13. November 1872 wurde die schleswig-holsteinische Ostseeküste von einer schweren Sturmflut heimgesucht, welche allgemein hin als Jahrhundertflut bezeichnet wurde. Eine außergewöhnliche Wettersituation drückte dabei Unmengen an Wasser in die Kieler Förde und verursachte schwere Schäden und großflächige Überschwemmungen. Auch die nur knapp über dem Seelevel gelegene Festung Friedrichsort wurde von diesem Wetterereignis nicht verschont, welches im Scheitelpunkt des Hochwassers eine Höhe von 3,50 m über NN erreichte.47 Dabei wurde u. a. das Mauerwerk der Torpfeiler unterspült, sodass dieses dem Druck nicht standhalten konnte. Die eindringenden Fluten ergossen sich nun ungehindert über den Festungshof und richteten schwere Schäden an der Bausubstanz an. Um für ein zukünftiges Ereignis ähnlichen Ausmaßes gewappnet zu sein, wurde im Folgejahr östlich der Festung ein Deich vorgelagert, welcher bis heute Bestand hat.48 Erst im Frühjahr 1873 wurde in der A.K.O. (Allerhöchste Kabinetts-Ordre) vom 15. Februar 1873 verfügt, dass die Seefestung Friedrichsort in das Ressort der kaiserlichen Admiralität überging.49 Bis dahin hatte sie dem Generalstab des Heeres unterstanden. Im selben Jahr wurde im Marine-Verordnungsblatt Nr. 18 vom 15. Juli 1873 bekannt gegeben: „Das Fort Braunberg bei Friedrichsort hat durch Allerhöchste Kabinetts-Ordre vom 2. September cr. den Namen ‚Fort Falckenstein’ erhalten.“50 Im Herbst des folgenden Jahres beehrte Kaiser Wilhelm I. durch seinen Besuch die Friedrichsorter Garnison wobei er u. a., die Befestigungsanlagen vor Ort inspizierte.51 Im gleichen Zeitfenster wurde „Der Fortifikation auf dem Jägersberge bei Friedrichsort […] durch Allerhöchste Kabinetts-Ordre vom 20. September …“ 1874 „… der Name ‚Fort Stosch‘ beigelegt“52 und war somit neben Friedrichsort und Falckenstein die dritte Befestigung in Kiel, welche eine namentliche Widmung erhielt. Obwohl die Kommandogewalt über die Defensionswerke 1873 offiziell an die Marine übergeben worden war, und die Besatzungen bereits seit 1865 weitestgehend aus Angehörigen der Marine bestanden, wurden erst 1876 die bisher eingesetzten Heeresoffiziere durch Marineoffiziere ersetzt.53 Dem Verteidigungsplan für die Festung Kiel für den Zeitrum zwischen dem 1. April 1878 und dem 31. März 1879 ist zu entnehmen, dass bei den Strategen die Verteidigung des Kriegshafens oberste Priorität hatte.54 Hierzu sollten im Kriegsfall neben den Befestigungsanlagen an den Fördeufern und einer Seesperre vor der Friedrichsorter Enge auch die im Hafen liegenden Schiffe der Flotte herangezogen werden. Die Abwehr etwaig gelandeter größerer Truppenverbände des Feindes stand derweil in der Aufgabe bzw. Zuständigkeit des Landheeres. Dieser Verteidigungsplan wurde danach unverändert bis 1881 verlängert, ehe er 1882 durch einen neuen Plan abgelöst wurde, der allerdings nur marginale Veränderungen mit sich brachte.55 Im Herbst des Jahres 1881 fand ein großes Flottenmanöver in der Kieler Förde statt, bei dem ein ausgedehnter Angriff auf den Kieler Kriegshafen und seine Verteidigungswerke von See aus simuliert bzw. geübt wurde. Den Hauptkampf mit dem feindlichen Geschwader lieferten dabei die Forts Stosch, Korügen und Falckenstein. Das Szenario sah weiterhin vor, 144  Per-Ole Pohl das Fort Falckenstein durch intensiven und mehrtätigen Beschuss von See her sturmreif zu schießen. Daraufhin wurden 1.000 Mann Infanterie in der Strander Bucht angelandet, um einen erfolgreichen Angriff von Land aus auf das Fort Falckenstein zu führen.56 Das Kriegspiel hatte die Verwundbarkeit Kiels v.a. gegenüber einem Angriff durch gelandete Feindverbände aufgezeigt. Geeignete Landeplätze fanden sich dabei sowohl am Ostufer z. B. zwischen Laboe und Stein als auch am Westufer u. a. in der Eckernförder Bucht. Bereits ein knappes halbes Jahr später wurde mit der Bekanntmachung „betreffend die Neubefestigung von Kiel“ im Deutschen Reichsgesetzblatt die Befestigung der Landfronten als effektive Gegenmaßnahme öffentlich in Aussicht gestellt. Im genauen Wortlaut heißt es dazu: „(Nr. 1456.) Bekanntmachung, betreffend die Neubefestigung von Kiel. Vom 8. Januar 1882. Auf Grund des §. 35 des Gesetzes, betreffend die Beschränkungen des Grundeigenthums in der Umgebung von Festungen, vom 21. Dezember 1871 (Reichs-Gesetzbl. S. 467) wird bekannt gemacht, daß die Neubefestigung von Kiel nach der Landseite hin in Aussicht genommen ist. Berlin, den 8. Januar 1882. Der Reichskanzler. v. Bismarck.“57 In den Folgejahren konkretisierten sich die entsprechenden Pläne weiter und vereinten sich mit einer Diskussion über die Auflassung der Festung Sonderburg-Düppel. In der A.K.O. vom 03. Dezember 1885 heißt es dazu: „Sonderburg ist ganz aufzugeben, sobald die an der Mündung der Kieler Bucht bei Pries und Röbsdorf zu erbauenden Werke fertig sein werden.“58 Der Baubeginn der entsprechenden Defensionswerke zog sich allerdings fünf Jahre hin, ehe 1887 mit dem Bau der Landforts Forts Herwarth und Holtenau auf dem Westufer und Röbsdorf auf dem Ostufer begonnen wurde, welche allesamt 1890 beendet wurden.59 Nach Abschluss der Baumaßnahmen an den großen Landforts kam der Festungsbau an der Kieler Förde weitestgehend zum Erliegen. Stattdessen stand von nun an der Erhalt der Befestigungen im Vordergrund, wozu auch die Modernisierung und Kampfwertsteigerung der einzelnen Forts und Batterien gehörte.60 In dieser Zeit entstanden vor allem kleinere Stellungen wie z. B. die Westufer-Batterie unterhalb des Forts Falckenstein, deren Bauzeitraum von 1892 bis 1893 einzuordnen ist.61 Am Vorabend des Krieges Die aus militärischer Sicht fortschrittlichste Befestigungsanlage Kiels entstand ab 1899 am Ostufer der Kieler Bucht nahe des Orts Laboe.62 Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  145 Ursprünglich war das nur als Panzerturm bezeichnete Bauwerk für einen Standort bei Möltenort konzeptioniert worden, doch 1898 wurden die bereits angelaufenen Bauarbeiten gestoppt und das gesamte Projekt an einen neuen Standort bei Laboe transferiert, ehe das neuartige Fort, welches mit einem um 360 Grad drehbaren Panzerturm bewaffnet war, dessen zwei Schiffsgeschütze eine Reichweite von 23 km aufwiesen, 1902 vollendet wurde.63 Nach der Fertigstellung des Panzerturmes kam es in der Armeeführung zu Zweifeln über die Wirksamkeit der Kieler Hafenbefestigung in einem zukünftigen Krieg. Man befürchtete, dass bei Feindbeschuss mit moderner und weitreichender Seeartillerie, keine adäquate Gegenwehr durch die militärtechnisch bereits veralteten Befestigungen Kiels möglich war. Lediglich dem Panzerturm von Laboe und den Geschützen des Fort Falckenstein wurde eine potentielle Reichweite und Feuerkraft beschieden.64 Daher wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Ergänzung und Kampfwertsteigerung dieser wirksamen Stellungen neue Geschützbatterien bei Stohl, Fiefbergen, Kahlenberg, Koppelberg und Stein errichtet.65 Nur wenige Jahre später brach dann der erwartete Konflikt aus, welcher als Erster Weltkrieg in die Geschichte einging. Auch nach Kriegsbeginn wurden die Verteidigungsanlagen in Kiel weiter verstärkt, v.a. im Bereich der Bestückung mit schwerer Artillerie. Vorerst entstanden jedoch vor allem improvisierte Schützenstellungen für die Infanterie66 und ab 1916 insgesamt acht Flakbatterien im Einzugsgebiet der Förde.67Eisenbahnbatterien bei Schönberg-Stakendorf und im Dänischen Wohld und bei Kappeln ergänzten ab 1917 zudem die festen Stellungen.68 Die Defensionswerke Im Detail Im Folgenden sollen die einzelnen Großbefestigungen Kiels im Detail beleuchtet werden. Ergänzend dazu zeigen die Abb. 3 (= Taf. VIII) und 4 die genaue Lage der großen und kleinen Werke der Festung Kiel in ihrer finalen Ausprägung. Als Masterplan für den Befestigungsbau in Kiel galt in preußischer Zeit die aktuelle Ausgabe der seit 1862 verfassten „Allgemeinen Geschäftsordnung für die Fortifikations- und Artilleriebauten in den Festungen.“69 Mit Ausnahme des viereckigen Forts Holtenau und der bunkerähnlichen Anlage bei Laboe wiesen alle Forts eine fünfeckige Form auf, die dem Grundriss eines standardisierten Forts nach dem neu-deutschen System aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entspricht. Die Kieler Forts waren daher gemeinhin auf Basis der auf Alexis von Bieler zurückgehenden Schemaforts errichtet, wurden in ihren Details jedoch meist stark individualisiert ausgeführt.70 Allgemein gab es zwei wesentliche Bauphasen für Forts an der Kieler Förde, die sich sowohl technisch als auch strategisch voneinander unterscheiden. In den 1870er Jahren entstanden die Seeforts Falckenstein, Korügen und Stosch. Ihre Aufgabe war das Feuergefecht mit Zielen auf See. Zur Abwehr und Flankierung feindlicher Infanterie waren die Seeforts mit auskragenden Kapponieren im Graben der jeweiligen Anlage ausgestattet. In den 1880er 146  Per-Ole Pohl Abb. 4: Kartierung der finalen Ausbauphase der Festung Kiel im Ersten Weltkrieg Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  147 Jahren entstanden dann die Landforts Herwarth, Holtenau und Röbsdorf, deren Aufgabe es war, den Seeforts und Batterien Schutz vor Angriffen von Land zu geben. Zur Abwehr und Flankierung von Infanterie setzten die neuen Werke auf moderne Grabenstreichen in der Kontereskarpe.71 Allen Forts gemein waren aus Ziegeln gemauerte Hohlräume mit Unterkünften und Funktionsräumen im Inneren der Anlagen. Unterschiede ergeben sich hier lediglich in der Positionierung der Räume, vorrangig unter dem Hauptwall. Eine Ausnahme bilden die Forts Herwarth und Röbsdorf, die nach zeitgemäßer Bautechnik große rückseitig gelegene Kehlkasernen aufweisen. Im direkten Vergleich zeigen diese beiden Anlagen weitere Gemeinsamkeiten wie die weitestgehend gleiche Bewaffnung oder der beinahe gespiegelte Grundriss, was wiederum die Standardisierung der Schemaforts verdeutlicht. Die zeitliche und funktionale Trennung der beiden Bauphasen spiegelt sich in Kiel also deutlich wider. Teilweise existieren Unstimmigkeiten bezüglich der Bewaffnungen der einzelnen Befestigungsanlagen Kiels. Im Folgenden beschränke ich mich daher auf exemplarische Zahlen aus den Unterlagen des Archivs des Deutschen Marinebundes in Laboe. Die nicht exakt datierten Angaben sind dabei als Referenz für den Bestand an Geschützen am Vorabend des Ersten Weltkrieges zu betrachten. Die entsprechenden Details zu den einzelnen Geschütztypen lassen sich den Tafeln der einzelnen Befestigungswerke entnehmen. In der Regel waren die Geschütze der Kieler Defensionswerke in offener Bettung auf den Wällen der einzelnen Anlagen aufgestellt. Eine weitere Besonderheit ist die Dominanz der 3,7 cm RevolverKanone zur Nahbereichsabwehr der Befestigungswerke. Lediglich das Werk in Laboe verfügte über eine Bewaffnung mit modernen Maschinengewehren. Festung Friedrichsort Koordinaten (WGS 84): 54.391675°, 10.185330° Die Geschichte der nach König Frederik III. von Dänemark benannten Festung Friedrichsort begann bereits im 17. Jahrhundert am westlichen Ufer der Friedrichsorter Enge (siehe Abb. 3 [= Taf. VIII] und 4). Hierbei handelt es sich um eine fünfeckige Anlage, die ab 1663 von dem Festungsbaumeister Henrik Ruse nach Niederländischer Manier konstruiert wurde72 und deren Eckbastionen die Namen König, Königin, Kronprinz, Kronprinzeß und Georg, trugen.73 Die 1690 fertig gestellte Befestigungsanlage74 mit ihren etwa 25 m breiten und bis zu 8 m hohen Wällen maß etwa 120 m im Geviert75 und wurde ursprünglich durch einen bis zu 37 m breiten Wassergraben umgeben, welchem ein Glacis, sowie kleinere Vorwerke, vorgelagert waren.76 In der 1864 eingeleiteten preußischen Periode wurde die Festung sukzessiv zur Seefestung ausgebaut (Abb. 5) und somit in Ihrem Erscheinungsbild stark verändert (Abb. 1 = Taf. VII). Nur die westlichen Wallkonturen und Bastionen entsprechen daher noch heute weitestgehend ihrer ursprünglichen Form aus dänischer Zeit, während der östliche Teil der Festung die überprägte preußische Ausbauphase repräsentiert. Zwischen 1869 und 1876 entstanden in der Festung zwei aus gelbem Backstein errichtete und mit einer Erdbedeckung geschützte Kasematten, wobei Kasematte I in den Nordwall eingebettet war, während die zweigeschossige und winkelförmige Kasematte II frei im 148  Per-Ole Pohl Abb. 5: 1 Detailplan der Festung Friedrichsort (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); 2 Plan der Hohlräume der Festung Friedrichsort (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); Projizierter Umriss der Anlage Friedrichsort auf dem DGM 2 (Grid 35706030 ©GeoBasis-DE/LVermGeo SH [www.LVermGeoSH.schleswig-holstein.de]) Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  149 Festungshof stand.77Die zwischen 1865 und 1876 ausgeführten Umbaumaßnahmen warfen dabei Kosten in Höhe von 2.500.000 Mark auf.78 Die Seefronten der Festung waren mit insgesamt vier 28 cm, zwölf 24 cm und zwei 21 cm Kanonen bestückt. Auf den Landfronten folgten noch einmal zwölf 15 cm und drei 9 cm Kanonen, sowie eine 15 cm Haubitze, die ursprünglich vom Fort Herwarth stammte. In Ermangelung von Kaponnieren oder Grabenstreichen zur Flankierung wurden die 18 Revolver-Kanonen vom Kaliber 3,7 cm in klassischer Manier auf den Eckbastionen aufgestellt.79 Bei der Schleifung der Anlage nach dem Ersten Weltkrieg wurden vor allem die Geschützstellungen, sowie die Erdbedeckungen der Kasematten abgetragen und sind daher noch bis heute erhalten.80 Der äußere Schein der Anlage konnte weitestgehend erhalten bleiben. Dramatischer für das Erscheinungsbild waren hier eher die Grabenverfüllungen im Norden und Westen in den Jahren 1961 und 1972 sowie der Abriss der Nordostbastion in den 1950er Jahren, wodurch diese heute nur noch aus der Luft als Schattenwurf zu erkennen ist.81 Heute ist die Festung in privater Hand und ist nicht frei zugänglich. Darüber hinaus schränkt starker Bewuchs die Erkennbarkeit der Anlage von Land und von See ein. Rezent ist jedoch eine deutlich Tendenz zur Inwertsetzung der Anlage zu erkennen. Fort Falckenstein Koordinaten (WGS 84): 54.401674°, 10.188224° Das ursprünglich unter dem Namen Fort Brauneberg errichtete Fort Falckenstein (Abb. 6) lag etwa 1 km nördlich der Festung Friedrichsort auf einer Anhöhe über dem westlichen Fördeufer (Abb. 3 [= Taf. VIII] und 4). Als Vorgängerbau wurde hier in preußischer Zeit eine provisorische Batterie am Ort errichtet, welche bereits ab 1868 als Fort angesprochen und entsprechend ausgebaut wurde.82 Die relevante Ausbauphase des Seeforts stammt allerdings aus dem Zeitraum zwischen 1870 und 1873. Nach dem Ausbau zu einem fünfeckigen Fort, dessen Spitze zur Seefront ausgerichtet wurde, wobei sich die Kosten auf 1.212.300 Mark beliefen, breitete sich die Anlage auf eine Fläche von ca. 280 × 190 m, also etwa 53.800 qm, aus.83 Die Anlage besaß gemauerte Gebäude unter den Wällen und im Festungshof, die die Unterkünfte für eine Besatzung von 20 Offizieren und 630 Mannschaften, sowie die notwendigen Funktionsräume fassten.84 Die Bewaffnung bestand aus insgesamt zwölf in offener Bettung auf dem Wall aufgestellten 21cm Kanonen unterschiedlicher Bauart an den Seefronten und vier 9 cm Kanonen an den Landfronten. Die flankierenden Kaponniere im Graben der Festung waren darüber hinaus mit zehn 3,7 cm Revolver-Kanonen bestückt.85 Am 15.07.1873 erfolgte die Umbenennung der Anlage zu Ehren des Generalgouverneurs der deutschen Küstenprovinzen, Eduard Vogel von Falckenstein.86 Diese Umbenennung beseitigte dabei beiläufig die teilweise verwirrenden Schreibweisen der Befestigungsanlage, wie Brauneberg oder Brauner Berg, von denen einige verbreitet waren. Noch heute trägt der bei den Kielern besonders beliebte Badestrand, unterhalb des ehemaligen Forts, seinen Namen.87 150  Per-Ole Pohl Abb. 6: 1 Detailplan des Forts Falckenstein (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); 2 Plan der Hohlräume des Fort Falckenstein (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); Projizierter Umriss der Anlage Falckenstein auf dem DGM 2 (Grid 35706020 ©GeoBasis-DE/LVermGeo SH [www.LVermGeoSH.schleswig-holstein.de]) Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  151 Auch nach der Zerstörung des Forts nach dem Ersten Weltkrieg bleiben die Gräben v.a. im südlichen Teil der Anlage noch deutlich erkennbar.88 Ansonsten erinnern auf dem Gelände nur noch vereinzelte Trümmer an das ehemalige Fort, welches heute einem Jugenddorf Platz bietet. Fort Stosch Koordinaten (WGS 84): 54.396901, 10.219215 Das auf dem Ostufer der Förde errichtete Fort Stosch (Abb. 7) lag ursprünglich etwa 2,3 km nordöstlich von Friedrichsort (Abb. 3 [= Taf. VIII] und 4). Die Anfänge des Forts gehen dabei auf die zwischen 1870 und 1871 errichtete Redoute Ober-Jägersberg zurück. 1874 erfolgten die Umbenennung der Anlage mit ihrem späteren Namen, sowie der Ausbau zum permanenten Fort, wobei dieser Ausbau bis 1877 andauerte und Kosten von 1.444.214 Mark verursachte.89 Die so entstandene fünfeckige Anlage mit gemauerten Unterkunfts- und Funktionsräumen unter dem Hauptwall maß ca. 300 × 200 m, umfasste so eine Fläche von etwa 60.000 qm. Die Bestückung des Forts erfolgte mit zehn 28 cm Kanonen auf den Seefronten und vier 9 cm Kanonen auf den Landfronten, welche allesamt in offener Bettung standen. Zusätzlich standen zur Flankierung zehn weitere 9 cm Kanonen bereit, die in mehreren Kaponnieren im Graben des Forts positioniert waren.90 Heute existiert von der Anlage nur noch der stark bewaldete Ostwall, während der restliche Teil mit einem Sportplatz überbaut wurde.91 Fort Korügen Koordinaten (WGS 84): 54.383126°, 10.208726° Das Vermutlich nach seiner Gemarkung benannte Fort Korügen (Abb. 8) entstand auf einer Erhebung am Ostufer der Förde, etwa 1,8 km südöstlich von Friedrichsort gelegen (Abb. 3 [= Taf. VIII] und 4). Zwischen 1870 und 1871 war dort eine provisorische Redoute errichtet worden, die zwischen 1874 und 1877 zu einem ca. 300 × 230 m, etwa 69.000 qm großen Fort ausgebaut wurde, welches Kosten von 1.311.741 Mark verursachte.92 Die als Seefort eingerichtete Anlage weist die Besonderheit auf, dass die Spitze der fünfeckigen Konstruktion ins Landesinnere und nicht in Richtung der Hauptfronten zeigt. Unter dem daher geraden Hauptwall fanden sich Unterkünfte und Funktionsräume für eine Besatzung von 27 Offizieren und 617 Mannschaften.93 Die Bewaffnung bestand aus zehn 21 cm Kanonen an den Seefronten und zwei 12,5 cm, sowie vier 9 cm Kanonen an den Landfronten. Die Flankierung der Anlage erfolgte durch insgesamt acht in den Kaponnieren aufgestellte 3,7 cm Revolver-Kanonen.94 Bis heute sind die Wälle und Gräben der Anlage weitestgehend erhalten geblieben und liegen in einem stark bewaldeten Gebiet.95 Im Inneren des ehemaligen Forts finden sich noch heute Trümmer und verstürzte Reste von Hohlräumen. Dennoch ist das Fort Korügen die wohl am Besten erhaltene Fortanlage Kiels und zudem durch einen Wanderweg auch heute gut erreichbar. Fort Herwarth Koordinaten (WGS 84): 54.408348°, 10.142445° Das etwa 3,3 km nordwestlich von Friedrichsort auf dem Westufer gelegene (Abb. 3 [= Taf. VIII] und 4) und nach dem Generalfeldmarschall Herwarth v. Bittenfeld benannte 152  Per-Ole Pohl Abb. 7: 1 Detailplan des Forts Stosch (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); 2 Plan der Hohlräume des Forts Stosch (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); Projizierter Umriss der Anlage Stosch auf dem DGM 2 (Grid 35706020 ©GeoBasis-DE/LVermGeo SH [www.LVermGeoSH.schleswig-holstein.de]) Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  153 Abb. 8: 1 Detailplan des Forts Korügen (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); 2 Plan der Hohlräume des Forts Korügen (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); Projizierter Umriss der Anlage Korügen auf dem DGM 2 (Grid 35706030 ©GeoBasis-DE/LVermGeo SH [www.LVermGeoSH.schleswig-holstein.de]) 154  Per-Ole Pohl Landfort Herwarth (Abb. 9) entstand von 1887 bis 1890.96 Der Bau der ca. 310 × 220 m, etwa 68.200 qm großen, fünfeckigen Anlage verschlang in dieser Zeit die enorme Summe von 2.787.051 Mark.97 Wie die anderen Landforts, schützte es die Kieler Seeforts vor Angriffen von Land, wobei hier primär die Straße zwischen Kiel und Eckernförde gesichert werden sollte. Die vornehmlich in der rückwärtigen Kehlkaserne untergebrachten Quartiere boten Platz für eine Besatzung von 33 Offizieren und 980 Mannschaften.98 Die Bestückung des Forts bestand aus vier 15 cm Kanonen, vier 15 cm Haubitzen, zwei 12,5 cm Kanonen und zwei 12,5 cm Mörser auf dem Hauptwall, sowie acht 9 cm Kanonen auf dem Niederwall. Zusätzlich stand noch eine weitere 15 cm Kanone als Reserve bereit. In der Kontereskarpe gelegene Grabenstreichen mit insgesamt zehn 3,7 cm Revolver-Kanonen schützten die Anlage im Nahbereich.99 Noch heute sind einige Trümmer erhalten sowie leichte Wall- und Grabenreste im Gelände erkennbar. Das Gros des Forts wurde allerdings durch eine Feuerwerksfabrik überbaut.100 Fort Holtenau Koordinaten (WGS 84): 54.379624°, 10.144935° Zwischen 1887 und 1890 entstand am Westufer der Förde, etwa 3 km südwestlich von Friedrichsort (Abb. 3 [= Taf. VIII] und 4), das Fort Holtenau (Abb. 10), benannt nach dem nahe gelegenen Ort Holtenau. Die Baukosten beliefen sich auf 1.166.376 Mark.101 Dabei handelte es sich um eine viereckige Anlage, welche die Form eines der Front zugewandten Trapezes aufwies und ca. 230 × 130 m, etwa 29.900 qm, maß. Die gemauerten Unterkünfte und Funktionsräume des Forts waren unter dem Hauptwall untergebracht. Zur Abwehr feindlicher Infanterie wies das Fort mehrere Grabenstreichen in der Kontereskarpe auf. Die Bewaffnung des Forts bestand aus zwei 12 cm Kanonen, vier 12 ,5 cm Mörsern, zwei 9 cm Kanonen auf den Wällen und sechs zur Flankierung genutzten 3,7 cm Revolver-Kanonen in den Grabenstreichen.102 Heute ist nichts mehr von dem Fort erhalten. Letzte Überreste wurden vermutlich beim Ausbau des Flugplatzes KielHoltenau überbaut. Fort Röbsdorf Koordinaten (WGS 84): 54.375617°, 10.261464° Zwischen 1887 und 1890 wurde auf dem Ostufer, etwa 5,3 km südöstlich von Friedrichsort (Abb. 3 [= Taf. VIII] und 4), das ca. 290 × 220 m, etwa 63.800 qm große Landfort Röbsdorf (Abb. 11) errichtet, welches dem Schutz der östlichen Landflanke Kiels diente.103 Das auf einer Anhöhe erbaute Werk hatte eine fünfeckige Form, wobei die Spitze zur potentiellen Landfront im Osten ausgerichtet wurde. Die Besatzung von 45 Offizieren und 1.029 Mannschaften fand im 2.776.150 Mark teuren Fort sowohl in der rückwärtigen Kehlkaserne als auch unter dem Hauptwall Platz. Die Bestückung der Wehranlage bestand aus sechs 12,5 cm Kanonen, vier 15 cm Kanonen und vier 15 cm Haubitzen auf dem Haupt-, sowie acht 9 cm Kanonen auf dem Niederwall, die allesamt in offener Bettung lagen. Zusätzlich standen zur Verteidigung zwei 12,5 cm Mörser zur Verfügung, die im rückwärtigen Bereich des Hauptwalls aufgestellt wurden. Die in der Kontereskarpe gelegenen Grabenstreichen waren zudem mit zehn 3,7 cm Revolver-Kanonen zur Abwehr feindlicher Angreifer ausgestattet.104 Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  155 Abb. 9: 1 Detailplan des Forts Herwarth (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); 2 Plan der Hohlräume des Forts Herwarth (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); Projizierter Umriss der Anlage Herwarth auf dem DGM 2 (Grid 35706020 ©GeoBasis-DE/LVermGeo SH [www.LVermGeoSH.schleswig-holstein.de]) 156  Per-Ole Pohl Abb. 10: 1 Detailplan des Forts Holtenau (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); 2 Plan der Hohlräume des Forts Holtenau (Archiv Deutscher Marinebund Laboe) Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  157 Abb 11: 1 Detailplan des Forts Röbsdorf (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); 2 Plan der Hohlräume des Forts Röbsdorf (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); Projizierter Umriss der Anlage Röbsdorf auf dem DGM 2 (Grid 35806020 ©GeoBasis-DE/LVermGeo SH [www.LVermGeoSH.schleswig-holstein.de]) 158  Per-Ole Pohl Seitdem die Hohlräume des Defensionswerkes nach dem Weltkrieg gesprengt wurden, befinden sich vor Ort nur noch Ruinen. Trotz Bewaldung ist die Form der einstigen Anlage heute aus der Luft verhältnismäßig gut zu erkennen. Panzerturm Laboe Koordinaten (WGS 84): 54.411858°, 10.231181° Ab 1899 entstand auf dem Ostufer, etwa 3,8 km nordöstlich von Friedrichsort (Abb. 3 [= Taf. VIII] und 4) eine allgemein hin nur als Panzerturm Laboe (Abb. 12) bezeichnete Befestigungsanlage neuester Bauart. Bei diesem Fort handelte es sich um ein bunkerartiges Werk von ca. 63 × 48 m Größe, mit zentralem Panzerturm, welcher 360 Grad um die eigene Achse rotieren konnte und so einem Schiffsgeschützturm frappierend ähnlich war. Der erste Spatenstich für diese mit Abstand fortschrittlichste Befestigungsanlage Kiels, erfolgte am 2. Juni 1899.105 Das ambitionierte Bauvorhaben verschlang bis zu seiner Fertigstellung im Jahre 1902, 1.212.345 Mark.106 In Inneren der Anlage befanden sich neben den notwendigen Funktionsräumen auch Unterkünfte für zwei Offiziere und 100 Mannschaften.107 Die Kuppel des namensgebenden Panzerturms bestand aus elf Segmenten Panzerstahl und wurde im unteren Bereich durch einen Vorpanzer aus weiteren zwölf Stahlsegmenten ergänzt.108 Obwohl der Panzerturm theoretisch in alle Richtungen wirken konnte, war seine primäre Direktive die Abwehr der Seefront. Dazu war das Werk mit einer Hauptbewaffnung von zwei in den Turm eingebauten 28 cm Schiffskanonen ausgestattet, die eine Schussweite von 23 km aufwiesen.109 Als sekundäre Bewaffnung zur Abwehr der Landfronten und zur Flankierung waren zusätzlich vier Maschinengewehre im Kaliber 8 mm und zwei 3,7 cm Revolver-Kanonen vor Ort stationiert.110 Nach dem Krieg wurde die gesamte Anlage gesprengt. Als einige Jahre später ein Standort für ein geplantes Marine-Ehrenmal an der Förde gesucht wurde, stellte die Gemeinde Laboe hierfür den Standort der ehemaligen Befestigungsanlage zur Verfügung,111 deren Trümmer noch bei der Grundsteinlegung am 8. August 1927 das Baugelände übersäten.112 Heute ist von dieser Anlage nichts mehr erhalten. Die Aufgabe der Kieler Befestigungsanlagen im frühen 20. Jahrhundert. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges konzentrierte sich eine große Zahl von Befestigungsanlagen wie Forts, Geschützbatterien und Infanteriestellungen auf verhältnismäßig kleinem Raum um ihr fortifikatorisches Zentrum in Friedrichsort. Die Agglomeration dieser Anlagen beiderseits der Förde bekräftigte die Wichtigkeit Kiels für das Deutsche Kaiserreich und vor allem seine Flotte.113 Die primären Aufgaben der Befestigungen war die Sicherung des Reichskriegshafens, der Kieler Werften und der östliche Mündung des Kaiser-Wilhelm-Kanals vor feindlichen Unternehmungen von See aus.114 Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  159 Abb. 12: 1 Detailplan des Panzerturms Laboe (Archiv Deutscher Marinebund Laboe); 2 Plan der Hohlräume des Panzerturms Laboe (Archiv Deutscher Marinebund Laboe) 160  Per-Ole Pohl Dieser Schutz oblag neben der Festung Friedrichsort auch den Seeforts Falckenstein, Korügen und Stosch, dem Panzerturm bei Laboe sowie diversen Batterien im Einzugsgebiet der Förde. Dazu sollten die zahlreichen Geschütze der verschiedenen Forts und Batterien feindliche Schiffe ins Kreuzfeuer nehmen, während im Fahrwasser ausgelegte Minensperren etwaige Durchbruchsversuche verhindern würden. Oberstes Ziel war es somit, der Flotte eine sichere Basis zu bieten, von der aus uneingeschränkt militärische Operationen im Ostseeraum möglich waren.115 Aufgabe der Landforts Herwarth, Holtenau und Röbsdorf war es hingegen, den Rücken der Seebefestigung vor einem Angriff zu Land zu decken, wobei es als Angelegenheit des Landheeres angesehen wurde, größere über Land anrückende Feindverbände abzuwehren. Daher dienten die Landforts vorrangig dazu einem etwaig gelandeten Feind, z. B. in der Eckernförder Bucht, den Weg nach Kiel zu versperren bzw. diesen aufzuhalten.116 Während ihrer gesamten Dienstzeit unter preußischer Herrschaft wurde von den Kieler Befestigungsanlagen nie ein scharfer Schuss auf einen feindlichen Flottenverband abgegeben.117 Auch wenn sich die Befestigungsanlagen nie in einer echten Schlacht beweisen mussten, hatten sie auf die eine oder andere Weise ihren Zweck erfüllt und Kiel wurde von sämtlichen Kriegen des 19. Jahrhunderts sowie dem Ersten Weltkrieg weitestgehend verschont. Ob die erwartete abschreckende Wirkung der Befestigungsanlagen hierzu maßgeblich beigetragen hat, bleibt dabei spekulativ. Infrastruktur und Industrie Nach der preußischen Umstrukturierung der Festung Friedrichsort wurde damit begonnen, das westliche Festungsvorfeld bis an die Festung heran mit diversen Gebäuden, u. a. Minendepot, Torpedowerkstadt, Kasernen, etc. zu bebauen. Bis 1890 entstand so westlich der Festung eine ca. 8 ha große schachbrettartige Siedlung mit eigener Garnisonskirche und Garnisonsschule.118 Parallel mit dem Festungsbau entstanden in der Region neue Straßen und Feldbahntrassen, welche die Infrastruktur der Region nachhaltig prägten.119 Diese Auswirkungen betrafen dabei auch die nahe gelegene Stadt Kiel. So wurde nach 1866 aus der der beschaulichen Handels- und Universitätsstadt eine bedeutende Garnisonsund Werftstadt, die Menschen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum anzog. In Friedrichsort entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein wichtiger Industriestandort mit der Maschinenbau Kiel (MaK), heute Caterpillar Motoren GmbH & Co. KG als prominentester Arbeitgeber. Die vom Militär geschaffene Industrie am Standort überlebte und überflügelte mit der Zeit den Militärstandort. Es zeigt sich somit, dass allein der Themenkomplex Friedrichsort als Kasernen- und Industriestandort als völlig eigenes Thema im Detail behandelt werden sollte und daher im Rahmen dieses Artikels weitestgehend ausgeklammert wurde. Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  161 Kriegsende und Folgen Nach dem verlorenen Krieg und als Folge des 1920 in Kraft getretenen Versailler Vertrags sollte Kiel nach Artikel 195 demilitarisiert und geschleift werden.120 Bereits während des Krieges hatte jedoch die Entwaffnung der Stellungen bereits begonnen, da das entsprechende Kriegsmaterial an der Front dringend benötigt wurde. So wurden die Geschütze in Friedrichsort noch im Kriegsjahr 1918 teilweise demontiert. Im Dezember 1918 kam eine britische Untersuchungskommission nach Kiel, um die zu schleifenden Befestigungen und die im Hafen liegende Flotte zu begutachten. Das Gros der Abbrucharbeiten fand in den Jahren 1920/21 statt und wurde durch die Interalliierte Militär-Kommission überwacht.121 In diesem Zuge wurden u. a. Munitionsdepots gesprengt, Kasematten von der Erdbedeckung befreit und die meisten Forts und Batterien regelrecht dem Erdboden gleich gemacht. Die Festung Friedrichsort selbst traf es dabei verhältnismäßig milde, da sie ihre Innenbebauung sowie die Wälle weitestgehend behalten durfte. Der Nordwall und die Kasemattenabdeckung wurden beispielsweise in den nördlichen Graben geschoben, um diesen zu verfüllen.122 Danach diente die Festung einige Zeit als Unterkunft für Flüchtlinge aus Nordschleswig, Elsass-Lothringen, Oberschlesien, Westpreußen und Posen.123 1922 übernahm die Marine erneut Teile der Festung, ehe sie 1935 die gesamt Anlage v.a. für Ausbildungszwecke reaktivierte. Auch einige der ehemaligen Forts wurden reaktiviert und dienten fortan als Flak-Stellungen. Der Zweite Weltkrieg brachte Kiel eine Flut großer Zerstörung durch Bombenangriffe, vor denen auch die Befestigungen nicht verschont wurden. So wurde 1945 auch das noch aus dänischer Zeit erhaltene Zeughaus durch einen Bombentreffer zerstört und damit das letzte Gebäude der dänischen Bauphase vernichtet. Bereits vor dem Krieg hatte die Festung ihre strategische Bedeutung verloren, da moderne Waffen und Taktiken die alten Festungen überflüssig machten. Die militärische Nutzung des Standortes Friedrichsort endete aber erst 2004 mit dem Auszug der Bundeswehr.124 Heute ist ein Großteil der Festungswälle mit Bäumen und Sträuchern überwachsen, wodurch die äußere Erscheinung der Festung stark beeinträchtig wird. Es ist nur schwer vorstellbar, welch imposante Erscheinung die Festung einstmals dargestellt hat. Weite Teile der dänischen Bebauung Friedrichsorts sind heute verschwunden und obertägig nicht mehr erkenn- und nachweisbar. Lediglich die westlichen Wallkonturen und die beiden westlichen Bastionen (Nord-West und Süd-West) sind den Umbauten und Zerstörungen weitestgehend entgangen und repräsentieren so den dänischen Teil des Bollwerkes. Der gesamte östliche Teil der Festung, wie auch die im Inneren gelegene Bebauung, repräsentieren hingegen die preußisch-deutschen Bauphasen seit 1864. Die Festung repräsentiert heute die gemeinsame deutsch-dänische Geschichte in Form eines bedeutenden Bau- und Kulturdenkmals in der schleswig-holsteinischen Denkmallandschaft. Obertägig ist heute nur noch verhältnismäßig wenig vom einstigen Glanz der Befestigung zu sehen und kaum der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich. Auf Luftbildern und im digitalen Geländemodell lassen sich manche Überreste jedoch klar lokalisieren und analysieren, 162  Per-Ole Pohl da einige der ehemaligen Befestigungsstandorte nicht oder nur teilweise überbaut wurden und somit bis heute als Ruinen- bzw. Trümmerfelder erhalten sind. Beispiele hierfür sind die Forts Korügen und Röbsdorf. Zusammenfassung Am westlichen Ufer der Kieler Förde empfängt seit dem 17. Jahrhundert eine mächtige Festung Seefahrer auf dem Weg nach Kiel. Das Lange 19. Jahrhundert führte in Schleswig-Holstein zu großen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen. Mehrere Konflikte beeinflussten in dieser Zeit die Region direkt (Befreiungskriege, SchleswigHolsteinische Erhebung, Deutsch-Dänischer Krieg) und indirekt (Deutscher Krieg und der Deutsch-Französische Krieg). Dabei war die Angliederung Schleswig-Holsteins an Preußen, die der Jahrhunderte langen Herrschaft der Dänen über die Herzogtümer ein Ende setzte, eines der prägendsten Ereignisse. Nach der Übernahme der Festung Friedrichsort durch das preußische Militär im Jahre 1864 und dem Wegfall ihrer Bedeutung für das dänische Militär, kam es zu einer Eingliederung in das Konzept der preußischen/deutschen Landesverteidigung. Großzügige finanzielle Mittel für den Festungsbau ermöglichten und förderten auch in Kiel Ausbau und Modernisierung der Befestigungsanlagen. Neben einer Umstrukturierung und Verstärkung der Festung Friedrichsort entstanden zwischen 1864 und 1918 dabei sechs große Forts sowie diverse Redouten und Batterien an der Kieler Förde. Die in ihren Grundzügen seit dem 17. Jahrhundert bestehende Festungsanlage wurde dadurch auf den damals aktuellen Stand der Technik transformiert. Nach dem verlorenen Weltkrieg und als Folge des Versailler Vertrags sollte Kiel ab 1919 entfestet und geschleift werden. So wurden z. B. Munitionsdepots gesprengt und Kasematten von der Erdbedeckung befreit. Während von der Festung noch weite Teile erhalten blieben, wurden die meisten Forts und Batterien regelrecht dem Erdboden gleich gemacht. Die Festung verlor an Bedeutung, da moderne Waffen und Taktiken die alten Festungen überflüssig machten. Die Festung Friedrichsort diente dennoch bis ins 21. Jahrhundert hinein fast ununterbrochen als Militärstandort und ist eines der bedeutendsten Kulturdenkmale Schleswig-Holsteins. Dabei repräsentiert sie sowohl eine dänische wie auch eine deutsche Festungsbaugeschichte und ist heute die letzte weitestgehend erhaltene Seefestung Deutschlands. Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  163 Anmerkungen 1 Ulrich Müller, Das befestigte Kiel. Stadtmauern, Forts und Bunker vom 13. bis zum 20. Jahrhundert, in: Manfred Gläser (Hrsg.), Lübecker Kolloquium zur Stadtarchäologie im Hanseraum VII. Die Befestigungen, Lübeck 2010, S. 427 – 444, hier: S. 427. 2 Jann M. Witt, Die Festung Friedrichsort. Ostseegeschichte an der Kieler Förde, Kiel 2012 , S. 7 – 8. 3 Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 28. 4 Gerd Stolz, Historische Stätten der Marine in Schleswig-Holstein, Heide 1990, S. 64; Marinepfarrer Schorn, Friedrichsort. Bilder aus der Vergangenheit und Gegenwart, Kiel 1901, S. 4. 5 Müller 2010 (wie Anm. 1), S. 439. 6 Frank Gosch, Festungsbau an Nordsee und Ostsee. Die Geschichte der deutschen Küstenbefestigungen bis 1918, Hamburg/Berlin/Bonn 2003, S. 114; Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 45. 7 Ebd., S. 51. 8 Ebd., S. 54. 9 Paul Menne, Die Festungen des norddeutschen Raumes, Oldenburg/Old. 1942. 10 Albert Nitzschke, Die Festungsanlagen des Reichskriegshafens Kiel in der Zeit von 1865 bis 1888, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Heft 3/4, Juli/Oktober (1972), S. 267 – 304, hier: S. 272; Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 116. 11 Georg Spielvogel u. Gerd Schöneich, Festung und Kaserne in Friedrichsort, Altenholz 2001, S. 27. 12 Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 273. 13 Menne 1942 (wie Anm. 9), S. 155. 14 Jann M. Witt, Festung Friedrichsort. Ostseegeschichte an der Kieler Förde, in: Schiff Classic, Magazin für Schifffahrts- und Marinegeschichte 1/2017, Januar/Februar (2017), S. 66 – 72 , hier: S. 159. 15 Spielvogel u. Schöneich 2001 (wie Anm. 11), S. 34. 16 Ebd., S. 30. 17 Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 115; Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 269; Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 78. 18 Bastian Müller, Von Christian bis Georg. Die bauliche Entwicklung von Kiel-Friedrichsort unter militärischen Gesichtspunkten, in: DenkMal!, Zeitschrift für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein 24 (2017), S. 65 – 73, hier: S. 67. 19 Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 269; Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 97 20 Spielvogel u. Schöneich 2001 (wie Anm. 11), S. 31; Nitschke 1972 (wie Anm. 10), S. 270. 21 Ernst Rudolf Huber, Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Stuttgart 1961, S. 182 . 22 Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 272; Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 98. 23 Volkmar Braun u. Frank Gosch, 1911–1913. Die geheime Denkschrift des preußischen Ingenieur-Komitees. Die deutschen Festungen. Beschreibung nach Aufgabe, geschichtlicher Entwicklung und Ausbau seit 1871, Unna 1996, S. 29; Schorn 1901 (wie Anm. 4), S. 36. 24 Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 273 – 274. 25 Ebd., S. 270. 26 Spielvogel u. Schöneich 2001 (wie Anm. 11), S. 32 . 27 Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 282 . 28 Müller 2010 (wie Anm. 1), S. 67, 427. 29 Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 99. 30 Schorn 1901 (wie Anm. 4), S. 47. 31 Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 78. 32 Zitiert nach Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 283 – 284. 33 Ebd., S. 286. 34 Witt 2017 (wie Anm. 14), S. 99. 35 Spielvogel u. Schöneich 2001 (wie Anm. 11), S. 33. 36 Albert Nitzschke, Der Kieler Hafen im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Heft 3/4, Juli/Oktober (1971), S. 227 – 246, hier: S. 228. 37 Schorn 1901 (wie Anm. 4), S. 55. 164 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87  Per-Ole Pohl Nitzschke 1971 (wie Anm. 36), S. 236 – 238. Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 287. Zitiert nach Nitzschke 1971 (wie Anm. 36), S. 230 – 232 . Nitzschke 1971 (wie Anm. 36), S. 234; Schorn 1901 (wie Anm. 4), S. 58. Schorn 1901 (wie Anm. 4), S. 59. Nitzschke 1971 (wie Anm. 36), S. 245. Schorn 1901 (wie Anm. 4), S. 64. Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 104. Stefan Wendt, Höhe 41. Krieg und Kriegsspiele an der Kieler Förde im 19. und 20. Jahrhundert, Kiel 2015, S. 13. Volker Landa, Friedrichsorter Festungs-Fibel. 16 Episoden und historische Anekdoten aus der Festung und aus dem kaiserlichen Friedrichsort, Kiel 2004, S. 36. Spielvogel u. Schöneich 2001 (wie Anm. 11), S. 35. Braun u. Gosch 1996 (wie Anm. 23), S. 30. Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 288. Schorn 1901 (wie Anm. 4), S. 67. Zitiert nach: Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 288. Müller 2017 (wie Anm. 18), S. 67. Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 292 . Ebd., S. 294. Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 295; Schorn 1901 (wie Anm. 4), S. 69 – 70. Bundesarchiv, Dienststelle Berlin, Akte R 2 / 40133. Zitiert nach: Braun u. Gosch 1996 (wie Anm. 23), S. 101. Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 105 –106. Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 121. Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 303. Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 118. Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 122. Ebd., S. 122. Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 106. Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 122. Ebd., S. 124 –125; Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 122. Spielvogel u. Schöneich 2001 (wie Anm. 11), S. 35; Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 122. Wendt 2015 (wie Anm. 46), S. 21. Ebd., S. 22 . Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 119. Müller 2010 (wie Anm. 1), S. 439. Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 64 – 65. Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 53. Müller 2017 (wie Anm. 18), S. 65. Müller 2010 (wie Anm. 1), S. 439 – 440. Müller 2017 (wie Anm. 18), S. 65; Witt 2017 (wie Anm. 14), S. 99. Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). Ebd. Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 128. Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 144. Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 283 – 284; Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 80. Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 80. Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 288. Nitzschke 1971 (wie Anm. 36), S. 228 – 229. Bewehrung, Bewährung und Bewahrung an der Förde  165 88 Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 128. 89 Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). 90 Ebd. 91 Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 129. 92 Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 86. 93 Ebd. 94 Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). 95 Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 129. 96 Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 80 – 81. 97 Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). 98 Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 80 – 81. 99 Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). 100 Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 129. 101 Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). 102 Ebd. 103 Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 88. 104 Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). 105 Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 122; Stolz 1990 (wie Anm. 4), S. 90; Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 118. 106 Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur); Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 122. 107 Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 118. 108 Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 122. 109 Ebd. 110 Archiv Deutscher Marinebund Laboe, Sammlung Friedrichsort (ohne Signatur). 111 Dieter Hartwig, „Für die Ewigkeit, zeitlos, klar ...“. Das Marine-Ehrenmal in Laboe, Hamburg 2004, S. 17. 112 Ebd., S. 24. 113 Müller 2010 (wie Anm. 1), S. 440; Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 303; Witt 2017 (wie Anm. 14), S. 99. 114 Müller 2010 (wie Anm. 1), S. 440. 115 Braun u. Gosch 1996 (wie Anm. 23), S. 29; Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 268. 116 Braun u. Gosch 1996 (wie Anm. 23), S. 29. 117 Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 304. 118 Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 109. 119 Müller 2010 (wie Anm. 1), S. 441. 120 Hartwig 2004 (wie Anm. 111), S. 17. 121 Nitzschke 1972 (wie Anm. 10), S. 267. 122 Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 126. 123 Ebd., S. 125. 124 Ebd., S. 9. Abbildungsnachweis Abb. 1: aus: Witt 2012 (wie Anm. 2), S. 96 Abb. 2: aus: Nitzschke 1971 (wie Anm. 36), S. 237 Abb. 3: Archiv Deutscher Marinebund Laboe Abb. 4: aus: Gosch 2003 (wie Anm. 6), S. 125 Abb. 5 –12: siehe die jeweilige Bildunterschrift Farbtafeln Tafel VII Per-Ole Pohl Abb. 1: Entwicklungsphasen der Festung Friedrichsort in den Zeitscheiben 1790, 1910 und 1995  225 226  Tafel VIII Per-Ole Pohl Abb. 3: Plan der Befestigungen des Kieler Kriegshafens unter der Berücksichtigung der jeweiligen Bestreichungswinkel und Geschützreichweiten In der Reihe „Festungsforschung“ sind bislang erschienen: FESTUNGSBAUKUNST IN EUROPAS MITTE Festschrift zum 30-jährigen Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung Das Ende der Festungen Aufgelassen – geschleift – vergessen? Reihe: Festungsforschung Bd. 1 ISBN 978 -3 -7954 -2299-8 Volker Mende / Christian Ottersbach (Hg.) Festungen in Gärten – Gärten in Festungen Reihe: Festungsforschung Bd. 6 ISBN 978 -3 -7954 -2754 -2 Leben in und mit Festungen Reihe: Festungsforschung Bd. 2 ISBN 978 -3 -7954 -2319-3 Erforschung und Inwertsetzung von Festungen heute Reihe: Festungsforschung Bd. 7 ISBN 978 -3 -7954 -3027-6 Festungsbaukunst in Europas Mitte Festschrift zum 30 -jährigen Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung Reihe: Festungsforschung Bd. 3 ISBN 978 -3 -7954 -2524 -1 Andreas Kupka (Hg.) Ars militaris nach der Revolution Der europäische Festungsbau in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und seine Grundlagen Reihe: Festungsforschung Bd. 8 ISBN 978 -3 -7954 -3140 -2 Kasernen – Lazarette – Magazine Gebäude hinter den Wällen Reihe: Festungsforschung Bd. 4 ISBN 978 -3 -7954 -2653 -8 Die Festung der Neuzeit in historischen Quellen Reihe: Festungsforschung Bd. 9 ISBN 978 -3 -7954 -3266 -9 Die Festungen des Deutschen Bundes 1815 –1866 Reihe: Festungsforschung Bd. 5 ISBN 978 -3 -7954 -2753 -5 Ingrid Mader (Hg.) Die Residenzstadt Wien an der Donau Die Geschichte der Stadtbefestigung am Beispiel der Neutorbastion Reihe: Festungsforschung Bd. 10 ISBN 978 -3 -7954 -3307-9