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2018, Medaon
Was bedeutet jüdische Identität in einer individualisierten und säkularisierten, in einer von Migration geprägten deutschen Gesellschaft und jüdischen Diasporakultur mehr als 70 Jahre nach der Shoa? Wie werden zurückgelassene, unterbrochene oder nicht anerkannte Bindungen zum Jüdischen erfahren? Wie formulieren Kinder jüdischer Väter und nicht jüdischer Mütter Zugehörigkeiten? Welche Verständnisse des Jüdischen entstehen an den Rändern und außerhalb der etablierten jüdischen Institutionen oder in säkularen Räumen? Wie veränderten sich diese in den letzten Jahrzehnten? Unterstützen oder verhindern jüdische Organisationen die Suchbewegungen von – nicht ganz, irgendwie oder auch – jüdischen Menschen? Die Soziologin Ruth Zeifert nähert sich diesen Fragen in acht Kapiteln ihrer Studie Nicht ganz koscher. Vaterjuden in Deutschland über eine biographieanalytische Untersuchung der Identitätskonstruktionen dreier Generationen von Vaterjüd*innen in Westdeutschland. Das Buch ist eine überarbeitete Version der Promotion Zeiferts. Die ersten drei Kapitel stellen die Fragestellung vor, beschreiben in kurzen Vignetten die elf sehr unterschiedlichen Interviewpartner*innen und erläutern anschaulich das methodische Vorgehen der Biographieforschung. Das vierte Kapitel skizziert den historischen, religionsgesetzlichen und institutionellen Umgang mit Vaterjüd*innen und zeichnet die Entwicklung einer bis vor zehn Jahren überschaubaren Forschungsdebatte in den Niederlanden und den USA, in Deutschland und Israel nach. Der Fokus der Untersuchung liegt auf den Besonderheiten der jüdisch-westdeutschen Geschichte und ermöglicht so eine sehr genaue Rekonstruktion der Veränderungen dieser Beziehungen über drei Generationen. Das Herzstück der Arbeit bilden die Kapitel 5 und 6, die Prozesse und Widersprüche der Identitätsformierung unter Vaterjüd*innen herausarbeiten. Kapitel 7 resümiert die Ergebnisse der Studie und setzt sie in den Bezug zu den Aushandlungen der Selbstverständnisse patrilinearen Jüd*innen und dem institutionellen Umgang mit der wachsenden Gruppe irgendwie jüdischer Menschen. Die Studie schließt mit einem Exkurs zur Geschichte jüdischer Namen und dem sich daran abzeichnenden Assimilations- und Selbstbestimmungsstreben von Jüd*innen in Deutschland.
Der soziale Raum der postmigrantischen Gesellschaft
Geschmack, Distinktion und Melancholie marginalisierter Mittelschichten2018 •
2008 •
2009 •
Oleg Pronitschew: Rezension zu: Ranan, David: Die Schatten der Vergangenheit sind noch lang. Junge Juden über ihr Leben in Deutschland. Berlin 2014 / Gromova, Alina: Generation „koscher light“. Urbane Räume und Praxen junger russischsprachiger Juden in Berlin. Bielefeld 2013, in: H-Soz-Kult, 04.12.2014.
Welche Rolle spielen räumliche Aspekte für die Identitätsarbeit und Gemeinschaftsbildung junger russischsprachiger Juden, die heute in Deutschland leben? Alina Gromova hat 15 junge Erwachsene ein Jahr lang durch ihren Alltag begleitet und ist ihnen an Orte wie jüdische Treffs und Partys, Cafés und Wohnungen, Synagogen und Clubs gefolgt. Die Analyse von Begegnungen zwischen jüdischen, russischen, deutschen, israelischen und muslimischen Traditionen offenbart einen ungezwungenen Umgang mit jüdischer Religion und Symbolik, jüdischer Essenstradition und Mode. Diese ethnologische Studie zeigt: Es ist ein Umgang »koscher light«, in dem sich Religion und Tradition nach den Gesetzen der Urbanität richten.

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In: EINSICHT 05. Bulletin des Fritz Bauer Instituts
'Judenverfolgung in Belgien'. Rezension zu: Dr. Insa Meinen, "Die Shoah in Belgien". Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2009.2011 •
2012 •
Theologische Beiträge 19 -5.6,
Judenchristen, Messianische Juden und die EKD im christlich-jüdischen Gespräch von 1945 bis heute. Ein Überblick2019 •
Antisemitische Denkmuster in der deutschen Lesbenbewegung der 1970er und 1980er Jahre
Ausradierung, Verdinglichung, Identifizierung. Antisemitische Denkmuster in der deutschen Lesbenbewegung der 1970er und 1980er Jahre. Eine Analyse von Äußerungen und symbolischen Gesten in Zeitschriftenbeiträgen2019 •
Kalonymos, 16 (4), 4-6.
Relationen im Raum: Visualisierung topographischer Klein(st)strukturen2013 •
2013 •
Binnenkade, Alexandra: KontaktZonen. Jüdisch-christlicher Alltag in Lengnau
Geografien des Kontakts - Geografien der Identität2009 •
2013 •
Jüdische Rundschau
Jüdische Rundschau Dezember 2014 Eine jüdische Wertheriade2014 •
Österreichischer Integrationsfonds (ed): Islam europäischer Prägung, pp. 41-74
Integration nicht-islamischer Religionsgemeinschaften in deutschsprachigen Ländern2017 •
2007 •
2014 •
2018 •
Signale aus der Mehrheitsgesellschaft Beschneidungsdebatte und staatliche Überwachung isla-mischer Organisation - Identitätsbildung und Integration in Deutschland
Signals from the Majority. The impact of the "Circumcision debate" and the observation of Muslim Organisations on identity formation and integration in Germany.2013 •
neue ideengeschichtliche politikforschung
Die Politik sozialistischer Staaten gegenüber Judentum, Holocaust und Israel. Ein Vergleich der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien und der SBZ/DDR2020 •