"Empfange und Du wirst einen Sohn gebären, welcher der Herrscher über die Erde werden wird..." Vorstellungen über Geburt und Tod Tschinggis Khans
published in: Chronica. Annual of the Institute of Szeged, 2007-2008; Vol. 7-8, p. 220-232.
Weder von Tschinggis Khans Tod, noch von seiner Geburt haben wir genaue Informationen, und wo wir Nachrichten darüber... more
Weder von Tschinggis Khans Tod, noch von seiner Geburt haben wir genaue Informationen, und wo wir Nachrichten darüber besitzen, sind diese oft widersprüchlich. Exakte Umstände, Ort und Zeit liegen im spekulativen Dunklen.
Dies hatte, was Geburt und Tod Tschinggis Khans betrifft, grundverschiedene Ursachen. Letztlich führen die unterschiedlichen Gründe zum gleichen Ergebnis, nämlich zur Entstehung von Legenden. Es ist eine mythische Vorstellung, dass sowohl der Ein- als auch der Austritt einer als außergewöhnlich empfundenen Person in die Welt von Zeichen begleitet ist, dass etwas nicht Alltägliches vor sich geht. Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass man zur Geburtsstunde Temüdschins, des späteren Tschinggis Khans, keineswegs wusste, wie wichtig der Säugling einst werden sollte. Von seiner Geburt wird berichtet, dass er einen Blutklumpen so groß wie ein Spielknöchel bzw. so fest wie ein roter Stein in der Faust gehalten habe. Andere Autoren erzählen von einer mit Wundern verbundenen Geburt und merkwürdigen Zeichen, erläutern diese jedoch nicht näher. Sogar von einer übernatürlichen Zeugung Temüdschins ist die Rede.
Über den Tod Tschinggis Khans herrscht in der Überlieferung entweder Stillschweigen oder ein heilloses Durcheinander. Ob Ort des Todes oder der Bestattung, Zeitpunkt und Grund seines Ablebens – wir stehen vor einem Rätsel. Unterschiedliche Angaben in den Quellen zeugen von einer Unwissenheit, welche sich in Legenden manifestierte.
Gebieter über die Völker in den Filzwandzelten. Steppenimperien von Attila bis Tschinggis Khan
ed. by Johannes Gießauf/Johannes Steiner (= Grazer Morgenländische Studien Bd. 7). Graz 2009, 157 S, € 15.- (ISBN 978-3-9025-83-05-5)
In diesem Band, der die Ergebnisse eines gleichnamigen internationalen Symposiums an der Karl-Franzens-Universität... more
In diesem Band, der die Ergebnisse eines gleichnamigen internationalen Symposiums an der Karl-Franzens-Universität Graz bietet, versuchen WissenschafterInnen der Universitäten Graz, Wien, Bonn, und Münster einen fundierten und allgemein verständlichen Überblick über Aspekte steppennomadischer Herrschaftsbildung. Beiträge über die Reichsgründung und deren Folgen bei den Hunnen Attilas (Klaus Tausend) sowie bei den Awaren und Ungarn (Walter Pohl) liefern Grundlagen zum Verständnis über Entstehung und Verfall steppennomadischer Imperien. Der Schwerpunkt des Bandes aber ruht auf den Mongolen und dabei insbesondere auf Tschinggis Khan, der 1206 zum Gebieter über die Völker in den Filzwandzelten erhoben wurde. Auf Basis reich fließender Quellen beleuchtet Veronika Veit die Person des mongolischen Reichsgründers genauer. Daran anschließend fragt Johannes Gießauf, was wusste Europa von Tschinggis Khan bzw. was glaubte man von ihm zu wissen? „Eroberungen“ ganz anderer Art thematisiert Johannes Steiner, wenn er das Verhältnis Tschinggis Khans zum weiblichen Geschlecht beleuchtet. Hartmut Rüß liefert in weiterer Folge eine Analyse der Auswirkungen des „Mongolensturms“ auf die Kiever Rus’ und der Rezeption desselben in der russischen Literatur- und Geschichtswissenschaft. Zum Abschluss des Bandes gibt Katharina Ganster einen profunden Überblick über steppennomadische und insbesondere mongolische Bewaffnung.
Bestellungen zum Preis von € 15.- sind jederzeit möglich unter: johannes.giessauf(at)uni-graz.at
„Die Feinde besiegte er und machte viel Beute.“ Aspekte mongolischer Eroberungspolitik.
published in: Krieg und Wirtschaft – von der Antike bis ins 21. Jahrhundert, ed. by Wolfram Dornik/ Walter Iber/ Johannes Gießauf. Innsbruck/Wien/Bozen 2010, p. 205-223.
Some remarks on the Deaths of Mongolian Khans "Deathbedscenes" and supernatural incidents
should be published in Chronica.
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