Eine hagiographische Figur meldet sich zu Wort. Zu einem neu entdeckten Text der Klosterliteratur von Helfta, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur (in Vorbereitung)
zusammen mit Almuth Märker (Leipzig)
Im Prooemium zu einer umfangreichen Exzerpthandschrift des "Legatus divinae pietatis" vom Anfang des 14.... more Im Prooemium zu einer umfangreichen Exzerpthandschrift des "Legatus divinae pietatis" vom Anfang des 14. Jahrhunderts meldet sich Gertruds Mitschwester zu Wort und schildert ihre eigene Rolle bei der Verschriftlichung der an Gertrud ergangenen göttlichen Offenbarungen, wobei sie nicht nur den Familien- bzw. Geschlechternamen von Gertrud (ihr wird bereits als einer Verstorbenen gedacht), sondern auch bislang unbekannte Details über die Textgenese verrät. Unter den nachfolgenden Exzerpten findet man zudem eine Reihe von im bekannten Corpus des "Legatus" nicht bezeugten Texten.
Gertrude of Helfta's "Legatus divinae pietatis". Text Production and Authorship in the Revelatory Literature of Helfta, in: Companion to medieval Northern German mysticism, hg. von ELISABETH A. ANDERSEN und HENRIKE LÄHNEMANN, Leiden: Brill (2012)
http://www.ncl.ac.uk/sml/research/publication/174615
http://www.ncl.ac.uk/sml/about/events/item/Northern-German-Mysticism
The convent of Helfta brought together a group of highly educated women. This paper will concentrate on the... more
The convent of Helfta brought together a group of highly educated women. This paper will concentrate on the transmission of the "Legatus divinae pietatis" (presenting several new manuscripts and unknown texts from Helfta!) and on the question how the genesis of a mystical book is reflected in a text like the "Legatus divinae pietatis": discussion of collective and cooperative authorship, of divine authorisation and the process of codifying revelations against the background of monastic "memoria".
Im Mittelpunkt meines Beitrages stehen die in den Helftaer Texten präsentierten Buchentstehungsgeschichten, wobei ich auch das siebte Buch des „Fließenden Lichts“ Mechthilds von Magdeburg zum Helftaer Textkomplex zählen möchte. Von hier ergeben sich Fragen nach der Funktion der erzählten Buchentstehungsgeschichten, nach den textinternen Autorschaftsvorstellungen und ihrer Wahrnehmung in der spätmittelalterlichen Rezeption des jeweiligen Textes sowie nach den tatsächlichen oder vermeintlichen Entstehungsumständen der in Helfta beheimateten Offenbarungsliteratur. Bei all diesen Fragen gilt es an die neueren Entwicklungen und Fragestellungen in der germanistischen Mediävistik anzuknüpfen, die den editorischen und interpretatorischen Umgang mit den Texten der Früh- und Vormoderne sowie den Instanzen der Textautorisation betreffen. Konkret geht es um die Frage, mit welchem Autor- und Werkbegriff wir bei Texten operieren dürfen, die sich als Ergebnis des kollektiven, jedenfalls kooperativen literarischen Handelns einer Kommunität präsentieren.
