CfP: Kreative Stadt und kreatives Selbst - Plurale Urbanität zwischen Autonomie und Gouvernementalität
Call for Papers
Kreative Stadt und kreatives Selbst.
Plurale Urbanität zwischen Autonomie und Gouvernementalität
Plurale Urbanität zwischen Autonomie und Gouvernementalität
Tagung in Kooperation des Instituts für Soziologie, Universität Göttingen und des
Instituts für Soziologie und Demographie, Universität Rostock
Tagungsort und -termin: Universität Göttingen, Freitag, der 16. Juli 2010.
Call for papers
Die „kreative Stadt“ erfreut sich großer Aufmerksamkeit in Medien und Wissenschaft. Ob Berichte über neue kreative Stadtteile oder Reflexionen über das Potential der „Kreativwirtschaft“ und der „Creative Class“ (R. Florida), mit kaum einem anderen Thema ver-mag die Stadtforschung derzeit ein größeres öffentliches Interesse auf sich zu ziehen.
Gleichzeitig ist bei dieser Thematisierung zu beobachten, dass die „kreative Stadt“, ebenso wie das habituell dazugehörige „kreative Selbst“, stets als pars pro toto die Richtung der Analyse bestimmt und normativ gewendet wird: die „kreative Stadt“ erscheint als gesamtstädtische Utopie, die es zu verwirklichen gilt. Nicht thematisiert hingegen wird in diesem Szenario die Kehrseite des Neuen: Verdrängungs-, Marginalisierungs- oder Exklusionsprozesse, kurz: die (Re-)Produktion sozialer Ungleichheiten mittels diskursiver Abwertung oder räumlicher Verdrängung des bzw. der „Un-Kreativen“.
Vor diesem Hintergrund sollen auf der Tagung die „Selbstkulturalisierung“ (A. Reckwitz) und mediale Diskursivierung des Urbanen als neu zu gestaltender Raum mit Attraktivi-tätspotential thematisiert werden. Weiterhin ist von Interesse, wie sich urbane Akteure im Hinblick auf die „kreative“ Umgestaltung städtischer Lebenswelten positionieren, die von dieser Entwicklung nicht profitieren oder sich ihr aktiv widersetzen. Wir wollen außerdem fragen, welche Formen des „Kreativen“ sich differenzieren lassen, welche so-zialen Lagen sie repräsentieren, welche Perspektiven auf den Stadtraum sie haben und was sich daraus für eine theoretische Bestimmung des „Kreativen“ selbst ergibt: Lassen sich diese Selbstbeschreibungen als Autonomiegewinne (G. Vobruba) oder als steuernde Logik (z.B. als „unternehmerisches Selbst“ (U. Bröckling)) analysieren? Was ist das Neue an diesem Typus und in welcher Relation steht er zu aktuellen Prozessen der Ökonomisierung der Stadtentwicklung?
Die Tagung möchte Beiträge vereinen, die sich mit Gegenwart und Zukunft urban geprägter Gesellschaften befassen, um das Verständnis für neue Lebenswelten und deren Konflikte zu schärfen.
Aussagefähige Abstracts (ca. 1 Seite) senden Sie bitte bis zum 15. Juni 2010 per Post oder per Mail an:
Dr. Thomas Dörfler
Institut für Soziologie
Universität Göttingen
Platz der Göttinger Sieben 3
37073 Göttingen
E-Mail: thomas.doerfler[at]sowi.uni-goettingen.de
Dr. Andreas Klärner
Institut für Soziologie und Demographie
Universität Rostock
Ulmenstr. 69
18057 Rostock
E-Mail: andreas.klaerner[at]uni-rostock.de
The city resisting the mythic land
Third Prize, SENSE OF PLACE The Indian Subcontinent - Essay Competition 2004, University of Melbourne
31 views
Seen by:
